Gipfel in Helsinki

19. Juli 2018 07:46; Akt: 19.07.2018 07:46 Print

Trump will mit Putin Klartext gesprochen haben

US-Präsident Donald Trump hat sich erneut zum Gipfel in Helsinki geäußert. Er macht den russischen Präsidenten persönlich für die Wahleinmischung verantwortlich.

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US-Präsident Trump verstrickt sich immer mehr in Widersprüchen. (Bild: DPA/Andrew Harnik)

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US-Präsident Donald Trump geht nach den Worten seiner Sprecherin Sarah Sanders weiter davon aus, dass Russland die Vereinigten Staaten im Visier hat. «Er glaubt, dass sie sicherlich wieder auf die US-Wahlen abzielen», sagte Sanders am Mittwoch in Washington. «Die Gefahr besteht weiter.» Sanders fügte hinzu: «Wir unternehmen Schritte, dass sich die Dinge nicht wiederholen.» Die Sprecherin stellte damit anders lautende Berichte über eine Trump-Äußerung klar.

US-Geheimdienstkoordinator Dan Coats hatte am Freitag gesagt: «Die Warnlichter blinken wieder rot. Die digitale Infrastruktur ist heute buchstäblich unter Angriff.» Täglich verübten «ausländische Akteure» wie Russland, China, der Iran oder Nordkorea Cyber-Angriffe auf Ziele in den USA. Russland sei dabei «ohne Frage der aggressivste ausländische Akteur».

US-Präsident Donald Trump hat dem russischen Staatschef Wladimir Putin nach eigener Aussage mitgeteilt, die USA würden keine Einmischung in ihre Wahlen tolerieren. Er habe Putin wissen lassen, dass dies nicht zu akzeptieren sei, sagte Trump in einem Interview mit dem Fernsehsender CBS News.

Er würde Putin persönlich für eine russische Einmischung bei der Präsidentschaftswahl 2016 verantwortlich machen, sagte Trump am Mittwoch auf eine entsprechende Frage in einem Interview des TV-Senders CBS. «Das würde ich, weil er für das Land verantwortlich ist. Genauso wie ich mich selbst für Dinge verantwortlich sehe, die in diesem Land passieren», sagte Trump. Bei seinen Gesprächen mit Putin habe er sehr deutlich gemacht, dass es solche Einmischungen nicht geben dürfe. Zugleich deutete er aber Zweifel an, ob solche Anmerkungen Einfluss auf Russland haben könnte.

Demokraten glauben den wechselnden Aussagen nicht

Demokratische US-Abgeordnete fordern eine Aussage der Übersetzerin von Präsident Donald Trump vor dem Kongress. Sie soll zum Vier-Augen-Gespräch Trumps mit Russlands Staatschef Wladimir Putin in Helsinki Auskunft geben. Die Übersetzerin und ihre Aufzeichnungen könnten wichtige Informationen über den Inhalt des Gesprächs der beiden Staatschefs liefern, argumentierten verschiedene US-Demokraten am Mittwoch.

Das Weiße Haus dürfte die Forderung nach einer Anhörung der Übersetzerin mit dem Verweis darauf zurückweisen, dass kein Präsident und seine Übersetzer verpflichtet seien, private Gespräche offenzulegen.

Einmischung in Montenegro könnte zum «Dritten Weltkrieg» führen

Für Wirbel sorgte der US-Präsident Donald Trump auch mit Äußerungen, die sich als Ausdruck des Zweifels an der Beistandsgarantie der Nato deuten ließen. In einem Fox-News-Interview sagte er auf die Frage des Journalisten, warum dieser seinen Sohn in einen Militäreinsatz schicken lassen sollte, um ein Land wie Montenegro zu verteidigen: «Ich habe die gleiche Frage gestellt.»

Trump bezeichnete Montenegro als Land mit «sehr aggressiven» Menschen und redete davon, dass eine Intervention der Nato-Partner an der Seite des kleinen Balkanstaates zum «Dritten Weltkrieg» führen könnte. Der republikanische Senator John McCain warf Trump daraufhin vor, Putin «direkt in die Hände zu spielen», indem er die Nato-Verpflichtungen der USA in Frage stelle.

Artikel 5 des Nato-Vertrags besagt, dass ein Angriff auf eines oder mehrere Nato-Mitglieder als Angriff auf die gesamte Allianz gilt und die übrigen Mitgliedstaaten Beistand zu leisten haben.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Knouter am 19.07.2018 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Aber sicher! Und falls ein anderer die Präsidentschaftswahlen gewinnt, werden es sicher die Russen Schuld sein... nur als er gewonnen hat nicht. Hoffentlich wird er abgewählt, sowas lächerliches wurde selten in einer solchen Position gesichtet

Die neusten Leser-Kommentare

  • Knouter am 19.07.2018 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Aber sicher! Und falls ein anderer die Präsidentschaftswahlen gewinnt, werden es sicher die Russen Schuld sein... nur als er gewonnen hat nicht. Hoffentlich wird er abgewählt, sowas lächerliches wurde selten in einer solchen Position gesichtet