Corey Johnson

15. Januar 2021 11:19; Akt: 15.01.2021 11:59 Print

Trump zeigt auch bei diesem Häftling keine Gnade

Corey Johnson ist im Bundesstaat Indiana mit der Giftspritze getötet worden. Am Freitag dürfte die 13. und letzte Hinrichtung unter Donald Trump vollstreckt werden.

storybild

Corey Johnson (Bild: deathpenaltyinfo.org)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Wenige Tage vor dem Amtsende von US-Präsident Donald Trump hat die Bundesjustiz eine weitere Todesstrafe vollstreckt: Der wegen siebenfachen Mordes verurteilte Corey Johnson (52) starb in Terre Haute im US-Staat Indiana durch die Giftspritze. Vor einem Monat war er positiv auf Corona getestet worden, einer von über 30 Fällen in dem Gefängnis, wie US-Medien schreiben.

Johnson war 1992 in einen der schlimmsten Bandenkriege in Richmond verwickelt, bei dem in anderthalb Monaten elf Menschen getötet wurden. Johnson war damals ein Kokainhändler, der mit einer halbautomatischen Waffe einen anderen Drogenhändler umbrachte, eine Süchtige erschoss, als diese nicht zahlen konnte, und einen Mann hinrichtete, den er als Polizeispitzel verdächtigte.

Der Doughnut fehlte

Als er gefragt wurde, ob er noch letzte Worte zu sagen habe, meinte Johnson, dass es «schon ok» sei. Als letzte Mahlzeit habe er sich Pizza und einen Erdbeer-Shake gewünscht. Den mit Marmelade gefüllten Doughnut habe er aber nicht erhalten. Kurz vor seinem Tod entschuldigte er sich bei Angehörigen seiner Opfer und erklärte seiner Familie, dass er sie liebe.

Der 52-Jährige ist der zwölfte Häftling, der seit Juli mit der Giftspritze in Terre Haute hingerichtet wurde. Die Regierung von Präsident Donald Trump hatte damals nach 17 Jahren Hinrichtungen in Bundesgefängnissen wieder aufgenommen.

13. und letzte Hinrichtung unter Trump

Am Freitag steht eine 13. und letzte Exekution auf Bundesebene unter Trump an: So soll fünf Tage vor Amtsantritt Joe Bidens der 48-jährige Afroamerikaner Dustin Higgs wegen der Entführung und Ermordung von drei jungen Frauen im Jahr 1996 exekutiert werden.

Higgs ist ebenso wie Johnson im Dezember an Covid-19 erkrankt. Ein Richter hatte ihre Hinrichtung für mehrere Wochen mit der Begründung ausgesetzt, dass die Giftspritze aufgrund ihrer nach wie vor geschädigten Lungen Leiden verursachen könnte. Die Verfassung untersage «grausame» Strafmaßnahmen, argumentierte das Gericht. Ein Berufungsgericht hob die Entscheidung jedoch wieder auf.

Trump hat Exekutionen bis zuallerletzt vollstrecken lassen – in der Nacht zum Mittwoch war erstmals seit fast 70 Jahren eine Frau durch die US-Bundesjustiz hingerichtet worden. Von einem regelrechten «Hinrichtungsrausch» des 45. US-Präsidenten war mitunter die Rede. Menschenrechtsaktivisten reagierten empört auf die Bemühungen der Trump-Regierung, so kurz vor der Machtübergabe mit den Hinrichtungen fortzufahren.

Trumps demokratischer Nachfolger Biden lehnt die Todesstrafe ab. Er hat bereits angekündigt, gemeinsam mit dem US-Kongress daran zu arbeiten, dass sie auf Bundesebene abgeschafft wird.

(L'essentiel/AFP)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • weg am 17.01.2021 11:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich verstehe diese ganzen “berühmten” Leute nicht, die ständig solche Menschen verteidigen und unterstützen. Würde mich interessieren wie es wäre wenn deren Familienmitieder unter den Opfern dieser Täter wären

  • Luxemburger am 15.01.2021 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gnade zeigen ??

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • weg am 17.01.2021 11:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich verstehe diese ganzen “berühmten” Leute nicht, die ständig solche Menschen verteidigen und unterstützen. Würde mich interessieren wie es wäre wenn deren Familienmitieder unter den Opfern dieser Täter wären

  • Luxemburger am 15.01.2021 13:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gnade zeigen ??

    • Absolut Nonsene am 15.01.2021 14:41 Report Diesen Beitrag melden

      Auge um Auge zahn um Zahn an net anescht. Hues de Leit embruecht kenns de an de prisong an kris Liewenslänglech an ween muss den Openthalt bezuelen majo mär Vollek. Nee souer mussen direkt Doudestroof kreien. Well mat prisongsstroof erreecht en neicht well dann denken sech Banditen et geschitt mer jo neicht wann ech een embrengen da kommen ech liewenslang an de Prisong Kost und Logis frei an no 25 Joer gin ech bei gudder Feirung da villeicht erem frei geloos hun awer dobaussen keng Perspektiv mei also machen ech alles vir erem an de Bing ze kommen an brengen alt nees en em.

    • Léon am 16.01.2021 23:44 Report Diesen Beitrag melden

      Il mérite la mort, penser plutôt aux victimes !!!!

    einklappen einklappen