Michael Cohen

21. August 2018 21:03; Akt: 21.08.2018 21:03 Print

Trumps Ex-​​Anwalt soll vor Justiz auspacken

Der Druck auf Donald Trump in der Schweigegeld-Affäre wächst: Michael Cohen hat offenbar eine Abmachung mit der Staatsanwaltschaft getroffen.

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Der langjährige Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Michael Cohen, hat sich laut Medienberichten in dem Ermittlungsverfahren gegen ihn zu einem Schuldeingeständnis bereit erklärt. Cohen habe eine Abmachung mit der Staatsanwaltschaft getroffen, berichteten US-Medien am Dienstag. Eine derartige Abmachung könnte beinhalten, dass Cohen sich im Gegenzug für einen Strafnachlass zur Kooperation mit den Ermittlern bereit erklärt. Laut der Nachrichtenagentur Reuters soll Cohens Anhörung noch am Dienstag um 16 Uhr (MEZ 21 Uhr) beginnen.

Gegen Cohen wird einem Bericht zufolge nun auch wegen des Verdachts auf Bankbetrug ermittelt. Die Staatsanwaltschaft prüfe Hinweise, wonach Michael Cohen bei Banken Kredite in Höhe von mehr als 20 Millionen Dollar auf Grundlage falscher Dokumente erschlichen haben soll, berichtete die New York Times am Sonntag. Die Kredite sollen an das Taxiunternehmen von Cohens Familie geflossen sein.

Haftstrafe als Druckmittel

Steuer- und Bankenbetrug ist in den USA mit potenziell hohen Haftstrafen belegt. Dies könnte den früheren Trump-Vertrauten unter Druck setzen, mit den Ermittlern zu kooperieren. Gegen Cohen wird Berichten zufolge auch wegen des Verdachts auf Steuerdelikte ermittelt und wegen möglicher Verstöße bei der Wahlkampffinanzierung.

Laut New York Times könnten die Ermittler bis Ende des Monats ihre Anklagepunkte gegen Cohen vorlegen. Beamte der Bundespolizei FBI hatten im April seine Büro- und Privaträume durchsucht und dabei umfangreiches Material beschlagnahmt.

Schweigegeld an Pornostar gezahlt

Laut Medienberichten beziehen sich die Ermittlungen unter anderem auf das Schweigegeld, das Cohen kurz vor der Präsidentschaftswahl 2016 an den Pornostar Stormy Daniels gezahlt hatte. Das Geld floss, damit sie nicht von einem angeblichen Sexabenteuer mit Trump erzählte. Die Zahlung hätte aber womöglich als Wahlkampfspende deklariert werden müssen - es könnte sich also um illegale Wahlkampffinanzierung gehandelt haben.

In den US-Medien gibt es viele Spekulationen darüber, dass Cohen den Präsidenten mit Aussagen gegenüber den Ermittlern in Bedrängnis bringen könnte. Cohen hatte rund zehn Jahre lang für Trump gearbeitet und galt als dessen «Ausputzer» - also der Mann, der hinter den Kulissen unangenehme Angelegenheiten bereinigte. Er verfügt über viele Kenntnisse zu Trumps Privatleben und dessen geschäftlichen wie politischen Aktivitäten.

Auf Distanz zu Trump

Der Anwalt hatte sich in der Vergangenheit stets als absolut loyal gegenüber Trump dargestellt. Einmal sagte er sogar, er würde «sich für den Präsidenten eine Kugel einfangen». Vor einigen Wochen zeigte er dann aber Distanz zum Präsidenten. In einem Interview sagte Cohen, seine «oberste Loyalität» gelte seiner Familie und seinem Land.

(L'essentiel/chi/afp)

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