Wahlkampf in Texas

05. September 2018 17:07; Akt: 05.09.2018 19:17 Print

Trumps Tweets gegen «Lügen-​​Ted» rächen sich

Aktivisten in Texas helfen dem demokratischen Herausforderer von Senator Ted Cruz. Ihre Waffe: Plakate mit Trumps Tweets gegen «Lügen-Ted».

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Seit Jahrzehnten ist Texas eine Bastion der Republikaner. Doch dieses Jahr haben die Demokraten die beste Chance seit langem, im zweitgrößten US-Bundesstaat eine Wende herbeizuführen. Ihre Geheimwaffe sind ausgerechnet Tweets von US-Präsident Donald Trump.

Trump möchte natürlich, dass der Republikaner Cruz in den Kongresswahlen vom Herbst seinen Sitz im US-Senat halten kann. Mit diesem Ziel plant er für Oktober eine massive Wahlkampfveranstaltung. Er wähle dafür «das größte Stadion in Texas, das ich finden kann», twitterte er am Freitag.

Einst Feind, jetzt Freund

Vor dem Stadion wird dann ein Plakat-Lastwagen mit Trumps eigenen Worten gegen Cruz herumfahren. Der Texaner war nämlich einer der parteiinternen Rivalen im Vorwahlkampf, und als solcher wurde er damals vom New Yorker verbal abgestraft. Trump nannte Cruz einen «Lyin' Ted» (Lügen-Ted), der insbesondere in der Einwanderungspolitik versagt habe.

Auf dem Lastwagen wird unter anderem ein Tweet vom 28. Februar 2016 zu lesen sein. Darin fragte Trump: «Warum soll das Volk von Texas Ted Cruz unterstützen, wo er doch absolut nichts für sie erreicht hat. Er ist bloß ein weiterer Politiker, der nur redet und nichts tut.»

In seinen Reden sagte Trump aber noch viel Schlimmeres gegen Cruz, wie diese Video-Zusammenstellung zeigt:

Wie die Washington Post schreibt, kam die Idee mit dem «Billboard Truck» dem Aktivisten Antonio Arellano aus Houston. Der junge Latino habe gedacht, dass Texaner eine Erinnerung daran brauchen könnten, welche Empfehlung Trump gemacht habe, als Cruz auf dem Wahlzettel stand. Arellano startete eine Spendensammlung auf GoFundMe und bewarb sie mit wiederholten Tweets. Bald stellte sich ihm David Hogg zur Seite, der frühere Schüler an der von einem Massenmörder heimgesuchten Highschool in Parkland in Florida.

Starker Demokrat als Alternative

Die Publizität reichte den Aktivisten, um das Sammelziel von 6000 Dollar innerhalb eines Tages zu erreichen. Bei 9760 Dollar hörte Arellano auf, weitere Spenden zu akzeptieren. Der Bus mit den Tweets auf Plakaten soll bis in zwei Wochen durch Texas rollen.

Die Anti-Cruz-Aktivisten hätten kaum eine Chance, wenn sich dem texanischen Senator nicht ein sehr starker Demokrat entgegenstellen würde. Beto O'Rourke, ein 45-jähriger Abgeordneter im US-Repräsentantenhaus, ist in den vergangenen Wochen mit Lob überschüttet worden. Der einstige Software-Unternehmer und Bassist der Heavy-Metal-Band Foss gilt als gemäßigter und volksnaher Demokrat. Ein Youtube-Video mit seiner Antwort auf eine Frage zu den Protestaktionen schwarzer Footballer wurde über 200.000-mal geteilt:

(Video: Youtube/Guardian News)

«Wenn virale Videos und kriecherische Porträts für Wahlen entscheidend wären, würde Beto O'Rourke das Senatsrennen in Texas in einem Erdrutschsieg gewinnen», schrieb die Agentur AP. Der attraktive Kandidat hat es jedoch geschafft, in Umfragen bis auf vier Prozentpunkte an Ted Cruz heranzukommen. Arellanos Plakate mit Trump-Tweets könnten das Zünglein an der Waage werden.

(L'essentiel/sut)

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