Bis Ende April

08. Februar 2019 11:32; Akt: 08.02.2019 11:32 Print

US-​​Militär bereitet Abzug aus Syrien vor

Trotz Kritik hält US-Präsident Trump daran fest, seine Truppen aus dem Bürgerkriegsland zurückzuholen. Doch die Kurden warnen.

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US-Präsident Donald Trump will die US-Truppen im April aus Syrien abziehen. (Bild: DPA/Evan Vucci)

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Das US-Militär bereitet sich laut einem Medienbericht darauf vor, seine rund 2000 Soldaten in Syrien bis Ende April komplett abzuziehen. Ein wesentlicher Teil der Truppen solle das Land bereits Mitte März verlassen; der komplette Abzug solle bis Ende April vollzogen sein, sofern die Regierung von Präsident Donald Trump nicht ihren Kurs ändere, berichtete das Wall Street Journal am Donnerstag unter Verweis auf amtierende und ehemalige Regierungsvertreter. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums wollte sich auf Anfrage nicht zum Zeitplan des Rückzugs äußern.

Trump hatte im Dezember angekündigt, die US-Soldaten in Syrien abzuziehen, was international massive Kritik auslöste und Sorgen vor einem Wiedererstarken der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nährte. Einen offiziellen Zeitplan hat Trump bislang nicht vorgelegt.

Die Türkei droht

Ein Abzug der US-Truppen würde die Kräfteverhältnisse in der Region verändern. So droht die Türkei, mit einer Offensive im Norden Syriens gegen die Kurdenmiliz YPG vorzugehen. Ankara sieht in ihr einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und hat sie als Terrororganisation eingestuft.

Gleichzeitig ist die YPG wichtigster syrischer Verbündeter der von den USA angeführten internationalen Koalition, die gegen den IS kämpft. Die Miliz würde bei einem Abzug des mächtigen Verbündeten unter starken Druck geraten. Trumps Regierung hat sich bislang nicht mit Ankara auf den Schutz der Kurden einigen können. Deren Vertreter haben deshalb ihre Kontakte mit Syriens Regierung wieder verstärkt.

Der IS ist noch nicht zerstört

Ein Kurdensprecher kritisierte am Freitag, ein US-Abzug bis Ende April würde Syriens Krise weiter verschärfen. Die USA hätten noch nicht ihr Ziel erreicht, den IS zu zerstören, erklärte Sihanok Dibo, führendes Mitglied des politischen Arms der von der YPG angeführten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF). Auch die mit Syriens Regierung verbündeten Truppen des Irans seien noch nicht zurückgedrängt worden.

Der IS hat den größten Teil seines früheren Herrschaftsgebietes in Syrien und im benachbarten Irak mittlerweile verloren. Die Dschihadisten kontrollieren aber noch ein kleines Gebiete im Osten Syriens. Eine Offensive der SDF ist dort Berichten zufolge zuletzt zum Stillstand gekommen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, die internationale Anti-IS-Koalition verhandele mit den Extremisten über deren weiteres Schicksal.

Der Iran ist neben Russland der wichtigste Verbündete des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Von Teheran unterstützte Milizen kämpfen an der Seite der Regierungstruppen.

(L'essentiel/dpa)

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