Obama zollt Respekt

26. August 2018 12:13; Akt: 27.08.2018 07:31 Print

US-​​Senator John McCain ist tot

Der an Krebs erkrankte US-Senator John McCain ist am Samstag 81-jährig gestorben. Dies teilte sein Büro mit.

Über die Parteigrenzen hinaus beliebt: US-Senator John McCain ist 81-jährig gestorben. (Video: Tamedia/AP)

Zum Thema
Fehler gesehen?

US-Senator John McCain ist tot. Der 81-Jährige starb am Samstag in seinem Haus in Arizona an Krebs, wie sein Büro mitteilte. Der Ex-Vietnam-Kriegsgefangene zählt zu den prominentesten Mitgliedern des US-Kongresses. Er war über die Parteigrenzen hinaus beliebt. Der Senator starb am Samstagnachmittag (Ortszeit) in Arizona im Kreise seiner Familie, hieß es in der Mitteilung. Er habe den Vereinigten Staaten 60 Jahre lang «treu gedient».

McCain litt an einem äußerst aggressiven Hirntumor. Seine Familie hatte am Freitag mitgeteilt, dass er sich entschlossen habe, die Behandlung gegen den Krebs einzustellen. Der Politiker hinterlässt seine Frau Cindy und sieben Kinder. Seine Frau schrieb am Freitag auf Twitter: «Ich liebe meinen Mann von ganzem Herzen. Gott segne jeden, der sich auf dieser Reise um meinen Mann gekümmert hat».

Profilierter Trump-Kritiker

McCain saß seit 1987 im US-Senat und hat sich im Laufe der Zeit den Ruf eines «Mavericks» erworben - eines Mannes, der der Parteiräson nicht immer folgt und auch unbequeme Meinungen vertritt. Er zählte zu den prominentesten Mitgliedern des US-Kongresses und hatte sich über die Parteigrenzen hinweg große Achtung erworben. 2008 trat er als Präsidentschaftskandidat der Republikaner an, verlor die Wahl aber gegen Barack Obama.

McCain stand Trump sehr kritisch gegenüber. Nach dessen Pressekonferenz mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin attestierte er ihm Mitte Juli etwa Inkompetenz. Trump hatte sich bei Wahlkampfauftritten in den vergangenen Wochen immer wieder abfällig über den schwerkranken Senator geäußert - allerdings ohne ihn beim Namen zu nennen. Bei einer Rede in Florida etwa ahmte Trump nach, wie McCain im vergangenen Jahr gegen einen Gesetzentwurf seiner eigenen Partei gestimmt hatte, der die Krankenversicherung «Obamacare» in Teilen abgeschafft hätte. Diese Entscheidung des Senators missfiel Trump zutiefst.

In Vietnam gefoltert

Trump hatte McCain schon im Wahlkampf verspottet. Im Juli 2015 behauptete er, er sei kein Kriegsheld, weil er während des Vietnam-Krieges gefangen genommen worden sei. «Ich mag Leute, die nicht gefangen genommen worden sind», erklärte Trump damals. McCain war als Pilot der US-Navy in Vietnam in Gefangenschaft geraten und von den Vietcong gefoltert worden. Als Politiker sprach er sich immer wieder gegen Folter aus. Er warb zudem dafür, dass das umstrittene Gefangenenlager Guantánamo geschlossen wird.

McCain litt an einem äußerst aggressiven Hirntumor. Ärzte hatten das Geschwulst im Juli 2017 entdeckt, als sich der Ex-Präsidentschaftskandidat wegen eines Blutgerinnsels über dem Auge einer Operation unterziehen musste.

Piesackte die Schweiz im Steuerstreit

McCain dürfte in der Schweizer Politik vor allem wegen seines Engagements im Steuerstreit gegen Banken und Steuersünder in Erinnerung bleiben. Der Republikaner wollte den Kooperationswillen der Schweizer testen.

McCain verantwortete zusammen mit seinem damaligen demokratischen Parlamentskollegen Carl Levin 2014 einen 200-seitigen Bericht eines Senatsausschusses zum Steuerstreit. Darin macht er der Schweizer Bank Credit Suisse happige Vorwürfe. Die Bank habe US-Kunden aktiv bei der Steuerhinterziehung geholfen. Er ließ den damaligen CS-Chef Brady Dougan und drei seiner Mitarbeiter zu einer Anhörung antraben.

Im Nachgang dazu verlangten McCain und Levin vom US-Justizministerium ein härteres Vorgehen gegen die Schweiz. Die als Feinde aller Steueroasen profilierten Politiker forderten, die Justizbehörden müssten von der Schweiz sogar die Auslieferung beschuldigter Schweizer Bürger verlangen. «Die Idee, dass die Schweiz in der Steuerfrage mit den USA kooperiert, ist ein Witz,» sagte McCain.

(L'essentiel/scl/sda/afp)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.