Corona-Krise

22. März 2020 12:56; Akt: 22.03.2020 13:01 Print

Was bringen Trumps 1000-​​Dollar-​​Geschenke?

Das Coronavirus legt die Wirtschaft lahm. In den USA sollen die Menschen nun Bargeld vom Staat erhalten. Experten kritisieren das.

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Die Weltwirschaft leidet unter dem Coronavirus. Auch in Luxemburg brechen die Einnahmen der Unternehmen wegen des Lockdowns weg, Tausende Firmen haben bereits Kurzarbeit angemeldet.

Wie auch in Luxemburg schnüren Staaten rund um den Globus Hilfspakete, um die Wirtschaft zu unterstützen. Die USA planen gar, Bargeld direkt an jeden erwachsenen Bürger zu verteilen. Wie hoch die Summe ausfällt, ist noch unklar. Im Gespräch ist die Ausgabe von Checks in der Höhe von mindestens 1000 Dollar.

«Nicht das richtige Instrument»

Insgesamt will die US-Regierung direkte Zahlungen mit einem Volumen von insgesamt einer halben Billion Dollar bewilligen lassen. Wie viel Bares jeder erhält, soll laut Berichten vom Einkommen und der Familiengröße abhängig gemacht werden. Die Auszahlungen sollen in zwei Runden erfolgen – die erste Runde am 6. April, die zweite am 18. Mai. Unter dem Strich soll das Paket zur Bewältigung der Corona-Krise eine Billion Dollar schwer sein.

Martin Eichler hält von solchen Bargeld-Verteilungen in den USA nicht viel. «Das ist momentan nicht das richtige Instrument», sagt der Chefökonom des unabhängigen Wirtschaftsforschungsinstituts BAK Economics. Zwar handle es sich um eine mögliche Konjunkturmaßnahme, die den Konsum ankurbeln könne ähnlich wie etwa eine Steuererleichterung. «Doch wenn die Läden zu sind, kann man das Geld auch nicht ausgeben.» Daher würden es die Menschen erst einmal sparen.

Sparen statt ausgeben

Zudem sei die Wirkung einer solchen Bargeld-Verteilung viel zu breit angelegt. Es würden auch viele Menschen Geld erhalten, die es gar nicht nötig hätten, so der Ökonom. «Daher sind gezielte soziale Maßnahmen sinnvoll, die dort greifen, wo Einkommen weggefallen ist.»

Auch Tobias Straumann sagt zu den Bargeld-Plänen der USA: «Das bringt nichts.» Laut dem Wirtschaftshistoriker an der Universität Zürich würden die Leute derzeit ohnehin nicht konsumieren. Das Geld hätte nur auf das untere Drittel der Amerikaner einen Effekt. «Die brauchen das Geld, der Rest spart es.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • John Doe am 22.03.2020 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Zitat "Wissenschaftler": "Laut dem Wirtschaftshistoriker an der Universität Zürich würden die Leute derzeit ohnehin nicht konsumieren." Doch, sie kaufen sich Lebensmittel.

  • Aeddi Trump am 22.03.2020 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Der Staat gibt das Geld aus und wird es durch Steuern später wieder zurückfordern... Ausserdem wird diese ganze Verteilung eine ganze Stange Geld kosten. Macht eigentlich nur Sinn für Leute die das Geld wirklich benötigen...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Aeddi Trump am 22.03.2020 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    Der Staat gibt das Geld aus und wird es durch Steuern später wieder zurückfordern... Ausserdem wird diese ganze Verteilung eine ganze Stange Geld kosten. Macht eigentlich nur Sinn für Leute die das Geld wirklich benötigen...

  • John Doe am 22.03.2020 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Zitat "Wissenschaftler": "Laut dem Wirtschaftshistoriker an der Universität Zürich würden die Leute derzeit ohnehin nicht konsumieren." Doch, sie kaufen sich Lebensmittel.