Pornodarstellerin betrogen?

23. Mai 2019 10:27; Akt: 23.05.2019 10:32 Print

Weitere Anklagen gegen US-​​Staranwalt Avenatti

Der frühere Anwalt von Pornodarstellerin Stormy Daniels soll diese um umgerechnet 260.000 Euro betrogen haben.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Gegen den als Vertreter der Pornodarstellerin Stormy Daniels zu internationaler Berühmtheit gelangten US-Anwalt Michael Avenatti sind weitere Anklagen erhoben worden. Dies teilte die US-Bundesanwaltschaft am Mittwoch in New York mit.

Demnach wird der 48-Jährige unter anderem beschuldigt, Stormy Daniels bei einem Buchdeal um rund 300.000 Dollar betrogen zu haben. In einer weiteren neuen Anklage wird ihm versuchte Erpressung des Sportartikelherstellers Nike angelastet.

Avenatti erlangt als früherer Anwalt der Pornodarstellerin mit dem bürgerlichen Namen Stephanie Clifford in ihren Rechtsstreitigkeiten mit US-Präsident Donald Trump und dessen Ex-Anwalt Michael Cohen eine hohe Medienaufmerksamkeit. Clifford hatte nach eigener Schilderung vor Jahren ein Sexabenteuer mit Trump – was der Präsident bestreitet.

Weitere Vorfälle

Avenatti wiederum liebäugelte im vergangenen Jahr auf dem Höhepunkt seiner Medienpräsenz mit der Idee, sich selber um das Präsidentenamt zu bewerben, bevor er dann seinen Verzicht erklärte. Inzwischen ist sein Stern tief gesunken. Die nun gegen ihn erhobenen Anklagen sind nicht die ersten.

Bereits im April war Avenatti in Los Angeles wegen Diebstahls, Bankenbetrugs und Steuerhinterziehung angeklagt worden. In dieser Anklage wird ihm unter anderem vorgeworfen, Millionen von Dollar von diversen Kunden gestohlen zu haben. Stormy Daniels wendete sich inzwischen von Avenatti ab.

In einer der jetzt neu erhobenen Anklagen wird Avenatti vorgeworfen, sich der Fälschung von Dokumenten bedient zu haben, um den für seine Mandantin bestimmten 300.000-Dollar-Vorschuss eines Verlegers an sich selbst überweisen zu lassen.

Kein Geld abgezweigt?

Die Mandantin wird in der Klageschrift zwar nicht namentlich benannt und nur als «Opfer-1» bezeichnet. Laut US-Medienberichten handelt es sich jedoch um Clifford. Sie hatte sich im Streit von Avenatti getrennt und ihm vorgeworfen, «extrem unehrlich» mit ihr umgegangen zu sein.

Das Geld aus dem Buchdeal verwendete Avenatti laut Anklage unter anderem für die Bezahlung eines Luxusautos, Hotelübernachtungen und Flüge, Mahlzeiten und die Reinigung seiner Kleidung. Avenatti wies die Vorwürfe zurück. Keines der für Clifford bestimmten Gelder sei «jemals abgezweigt» worden, erklärte er.

Als Anwalt des Pornostars hatte sich Avenatti vor allem dafür eingesetzt, dass eine von Clifford mit Cohen unterzeichnete Schweigevereinbarung von 2016 formell annulliert worden sollte. Die Schauspielerin hatte sich darin kurz vor der Präsidentschaftswahl gegen eine Zahlung von 130.000 Dollar dazu verpflichtet, den Medien nicht von ihrem angeblichen früheren Sexabenteuer mit Trump zu erzählen.

In der zweiten am Mittwoch erhobenen Anklage wird Avenatti beschuldigt, gemeinsam mit einem Komplizen bei einem Treffen mit Nike-Anwälten gedroht haben, Vorwürfe des Fehlverhaltens bei dem Sportkonzern publik zu machen. Auf diese Weise habe er mehr als 20 Millionen Dollar von dem Unternehmen erpressen wollen. Wegen dieser Anschuldigung war Avenatti im März in New York kurzzeitig festgenommen worden. Er kam damals gegen eine Kaution von 300.000 Dollar frei.

(L'essentiel/chk/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.