Schwarzes Öl

03. September 2017 14:43; Akt: 03.09.2017 15:13 Print

Wie eng arbeiten Mafia und IS zusammen?

In italienischen Raffinerien stoßen Ermittler auf mehr Öl als offiziell angegeben. Das erhärtet den Verdacht, dass der IS mit der Mafia kooperiert.

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Die Terrormiliz IS und die Mafia machen dicke Geschäfte mit dem Öl (Symboldbild). (Bild: Hasan Jamali)

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Rohöl aus vom IS eroberten Gebieten lässt italienische Autos und Schiffsmotoren laufen und Häuser warm werden. Was lange vermutet wurde, bestätigt jetzt ein vertraulicher Bericht der Finanzpolizei. Zuvor hatte diese bei einer Routineüberprüfung in Raffinerien in Sizilien und Norditalien erhebliche Mengen von syrischem und irakischem Rohöl festgestellt – die Mengen waren offiziell nie deklariert worden und sogar noch größer als die Vorräte einiger Raffinerien. Damit lag der Schluss nahe, dass es sich um schwarz gehandeltes Öl handelte, das aus diesen Ländern vor allem vom IS verkauft wird.

Italien hat schon lange einen florierenden Erdöl-Schwarzmarkt: Dem Staat entgehen laut Spiegel jährlich Milliarden an Steuereinnahmen, da aus Osteuropa oder Libyen illegal Benzin und Diesel sowie Öl und dessen Derivate illegal eingeführt werden.

Bord-Transponder ausgeschaltet

Das Ganze läuft enorm professionell ab. Die Welt zeigt ein Beispiel: Tanker aus der Türkei und Russland sowie Tanklastschiffe aus Libyen verschwinden im Mittelmeer für Stunden vom Radar, weil die Schiff-Crews ihre Bord-Transponder ausschalten und so nicht mehr zu orten sind. Dann werden die Schiffe miteinander verbunden und das geschmuggelte Öl in Tanks abgefüllt. Die großen Tanker laufen dann in italienischen Häfen ein, die Lastschiffe kehren leer zurück nach Libyen.

«Treffpunkt, Mengen und Preise haben Zwischenhändler vereinbart, die als Käufer und Verkäufer für Firmen operieren, die nach jedem einzelnen Geschäft aufgelöst werden. Die nötigen Papiere liefert die Mafia», schreibt der Spiegel. Auf diese Weise schlägt die Organisation zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie zahlt keine Mehrwertsteuer und wäscht Geld in Milliardenhöhe.

IS und Mafia: Konkurrenten oder Partner?

Ob und wie eng der IS und die Mafia zusammenarbeiten, ist noch nicht ganz klar. Zumindest bezeichnet der IS in seiner Propaganda die Unterstützung der Mafia für seine Verbreitung in Italien als «entscheidend».

«Die große Frage ist, ob die Mafia und der IS als Konkurrenten oder Partner fungieren. Geld verdienen sie mit ähnlichen Aktivitäten: Drogenhandel, Warenschmuggel und Entführungen», so die Epoch Times. Zudem sei das Einschleusen von IS-Leuten nach Europa für die Mafia eine zusätzliche lukrative Einnahmequelle. Der IS wiederum bezahlt mit seinen Öl-Einnahmen – eine Million Dollar pro Tag für 50.000 Barrel – seine Kämpfer, kauft Waffen und Material zum Bombenbauen.

Die Europäische Union hat unlängst entschieden, das Mandat der Mission «Sophia» auszuweiten – neben dem Kampf gegen Schlepper im Mittelmeer auch auf den Kampf gegen den Rohöl-Schmuggel.

(L'essentiel/gux)

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