Whistleblower

09. Juli 2013 18:56; Akt: 09.07.2013 22:07 Print

Wie gelangt Snowden nach Venezuela?

Venezuela soll es also sein. Edward Snowden hat das Asylangebot des Lateinamerikanischen Landes angenommen. Nun muss er aber erst noch dorthin gelangen, während ihn die USA weiter jagen.

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Der ehemalige Geheimdienstler Snowden müsse nun entscheiden, wann er in das lateinamerikanische Land kommen wolle, sagte der Venezolanische Präsident Nicolás Maduro.

Nach russischen Angaben sitzt Snowden seit mehr als zwei Wochen im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo fest. Der 30-Jährige besitzt kein russisches Visum, zudem haben die USA seinen Reisepass annulliert. Diese suchen den IT-Spezialisten wegen Geheimnisverrats.

Wie gelangt Snowden nach Venezuela?

Es gibt keinen Direktflug von Russland nach Venezuela. Deswegen wird immer wieder spekuliert, Snowden könne mit Ersatzdokumenten von Moskau aus über die kubanische Hauptstadt Havanna nach Caracas reisen.

Die Botschaft von Nicaragua in Moskau teilte mit, das Land habe ebenfalls von Snowden einen offiziellen Asylantrag erhalten. Zuvor hatte Staatschef Daniel Ortega erklärt, dem «Whistleblower» politische Zuflucht zu gewähren, «wenn die Umstände dies erlauben».

Obamas Besuch in Moskau in Frage gestellt?

Russland betonte seinerseits wiederholt, sich dem Druck der USA nicht zu beugen. Der Politologe Alexej Makarkin appellierte am Dienstag an den Kreml, Snowden nicht auszuliefern.

«Falls US-Präsident Barack Obama seinen geplanten Besuch in Moskau tatsächlich wegen Snowden absagen sollte, wäre dies keine Katastrophe», sagte Makarkin der Zeitung «Moskowski Komsomolez».

In Washington sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Bernadette Meehan, der Nachrichtenagentur DPA, Obama wolle trotz des Tauziehens um Snowden im September nach Russland reisen. Moskauer Medien hatten berichtet, der Besuch sei derzeit nicht mehr sicher.

USA wollen Snowden weiterhin fassen Regierungssprecher Jay Carney sagte, die USA wollten Snowden weiterhin fassen. Washington sei mit allen Ländern in Kontakt, in die er flüchten oder die er auf einer Flucht überfliegen könnte. Carney forderte Moskau erneut auf, Snowden auszuliefern. Russland lehnt dies mit Verweis auf die in den USA mögliche Todesstrafe ab.

Bericht über US-Spionagebasis in Brasilien

In Brasilien sorgte ein Bericht über eine US-Spionagebasis in dem südamerikanischen Land für Wirbel. Unter Berufung auf Dokumente von Snowden berichtete die Zeitung «O Globo», die Einrichtung in der Hauptstadt Brasília sei von den US-Geheimdiensten NSA und CIA mindestens bis zum Jahr 2002 genutzt worden.

Laut der Zeitung war die Anlage eine von weltweit 16 solcher US-Basen und die einzige in Lateinamerika. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff reagierte beunruhigt auf den Bericht.

«Wenn es eine Beteiligung anderer Länder, anderer nicht-brasilianischer Unternehmen gegeben hat, würde dies sicherlich eine Verletzung der Souveränität und der Menschenrechte darstellen», erklärte sie in Brasília. Dies müsse nun geprüft werden.

(L'essentiel Online/bee/sda)

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