Zimbabwe

26. November 2017 12:53; Akt: 26.11.2017 17:55 Print

«Zwei unglaubliche Urteile»

Einen Tag nach dem Machtwechsel in Zimbabwe segnen Gerichte die Vorfälle um den Militärputsch eiligst ab. Das sät Zweifel an der Unabhängigkeit der Justiz.

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In der Nacht vom 14. auf den 15. November hatte das Militär die Kontrolle über das südafrikanische Land übernommen. (Bild: Ben Curtis/AP/dpa )

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Ein Gericht in Zimbabwes Hauptstadt Harare hat die Entmachtung des langjährigen Machthabers Robert Mugabe durch das Militär für legal erklärt. Die Handlung der Armee habe zum Ziel gehabt, «Angehörige des ehemaligen Präsidenten Robert Mugabe davon abzuhalten, sich widerrechtlich Macht anzueignen», und sei deshalb «verfassungskonform», berichtete das Staatsfernsehen am Samstag unter Berufung auf das am Vortag gefallene Urteil.

In der Nacht vom 14. auf den 15. November hatte das Militär die Kontrolle über das südafrikanische Land übernommen, nachdem der greise Präsident seinen Stellvertreter Mnangagwa entlassen hatte, um seine Frau Grace zu seiner designierten Nachfolgerin zu machen. Militärfahrzeuge patrouillierten in den Strassen der Hauptstadt und Mugabe wurde unter Hausarrest gestellt.

Am Dienstag trat Mugabe zurück und kam so einer Amtsenthebung durch das Parlament zuvor. Er hatte Zimbabwe seit der Unabhängigkeit 1980 mit harter Hand und zunehmend autokratisch regiert. Sein Nachfolger Emmerson Mnangagwa legte am Freitag vor zehntausenden jubelnden Menschen in Harare den Amtseid ab. Mit seinem Antritt verknüpfen viele Simbabwer die Hoffnung auf mehr Freiheit nach Jahrzehnten der Autokratie unter Robert Mugabe. Doch wird der 75-jährige Mnangagwa auch für brutale Unterdrückungsmethoden in seiner Zeit als Minister verantwortlich gemacht.

«Zwei unglaubliche Urteile»

Die schnelle Entscheidung des Gerichts sät nun bereits Zweifel an der Unabhängigkeit der Justiz unter der neuen Regierung. Zuvor hatte ein anderes Gericht die Entlassung von Mnangagwa als Vizepräsident durch Mugabe bereits als illegal verurteilt. «Zwei unglaubliche Urteile», schrieb der Zuständige der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch im Kurzbotschaftendienst Twitter.

(L'essentiel/sda)

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