Verhandlungen in Genf

12. Januar 2017 20:50; Akt: 12.01.2017 20:52 Print

Zyprische Garantiemächte kündigen 2. Treffen an

Die Außenminister Großbritanniens, Griechenlands und der Türkei haben heute in Genf über die Wiedervereinigung Zyperns verhandelt. Knackpunkt ist die Sicherheit.

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Zypern ist seit 1974 geteilt: Eine Bank in der Nähe der Grenze zwischen den zwei Teilen Zyperns. (Archiv) (Bild: Iakovos Hatzistavrou/EPA)

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Die Außenminister der drei Garantiemächte der Republik Zypern werden am 23. Januar erneut über die Sicherheit der Mittelmeerinsel beraten. Dies teilte der griechische Außenminister Nikos Kotzias am Donnerstagabend in Genf mit. «Wir werden uns wieder am 23. Januar treffen. Am Abend wird es eine Erklärung dazu geben», sagte Kotzias vor Journalisten in Genf. Garantiemächte sind die Türkei, Griechenland und Großbritannien.

Sicherheitsexperten sollen bis zu dem Treffen im Januar einen Bericht zu den Streitkräften auf Zypern ausarbeiten. Dabei sollen sowohl die türkischen als auch die griechischen Truppen gezählt werden. «Alles, ihre Waffen und ihre Zahl», teilte der Minister weiter mit.

Seit 1974 geteilt

Dem Treffen der Außenminister gingen dreitägige Vorgesprächen zwischen dem griechisch-zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiadis und dem türkisch-zyprischen Volksgruppenführer Mustafa Akinci voraus. UN-Generalsekretär António Guterres hatte gleich am Morgen vor zu hohen Erwartungen gewarnt. «Sie können keine Wunder und sofortigen Lösungen erwarten», sagte der Portugiese. Die Gespräche seien erst am Ausgangspunkt.

Anastasiadis und Akinci versuchen, die offenen Streitpunkte auf dem Weg zu einer Wiedervereinigung der Insel beizulegen. Seit der türkischen Invasion in Nordzypern 1974 ist Zypern in einen griechischen und einen türkischen Teil geteilt. Während der international anerkannte griechische Teil EU-Mitglied ist, wird die Türkische Republik Nordzypern nur von der Türkei als Staat anerkannt.

Uneinigkeit über türkische Soldaten

Die Garantiemächte müssen eine Einigung darüber erzielen, wie die Sicherheit in Zypern organisiert und von wem sie überwacht werden kann. Streitpunkt ist die Zukunft der mehr 35.000 türkischen Soldaten auf der Insel.

Die griechischen Zyprer betrachten sie als Bedrohung und fordern ihren Abzug. Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu bestand dagegen nach Angaben eines Beamten darauf, dass türkische Soldaten auch nach einem Friedensabkommen auf der Insel bleiben.

Mögliche Landkarten ausgetauscht

Neben dem Thema Sicherheit ist einer der Hauptstreitpunkte die Grenzziehung der künftigen Föderation. Durch sie wird auch festgelegt, wie viele Vertriebene ihr verlorenes Eigentum auf der anderen Inselseite wieder zurückbekommen könnten.

Anastasiadis und Akinci tauschten am Mittwoch Landkarten aus, in denen ihre Vorschläge für die griechischen und türkischen Landesteile festgehalten sind. Sie wurden von den Vereinten Nationen in Verwahrung genommen. Die Gespräche, um daraus eine einzige Kompromiss-Landkarte zu machen, sollen erst zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden, wie der griechisch-zyprische Regierungssprecher Nikos Christodoulides sagte.

Ein Sprecher der türkischen Zyprer erklärte, beide Landkarten entsprächen den vereinbarten Kriterien, wonach 28,2 bis 29,2 Prozent der Inselfläche den türkischen Zyprern zustehen müssten.

Abkommen käme vors Volk

Für den Fall, dass tatsächlich ein fertiges Abkommen zustande kommt, müssten darüber noch die türkischen und griechischen Zyprer in einem Referendum abstimmen.

(L'essentiel/mch/sda)

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