Vitória, Brasilien

10. Februar 2017 07:17; Akt: 10.02.2017 07:20 Print

101 Morde in 5 Nächten – und die Polizei streikt

Ein Streik der Polizei hat im brasilianischen Vitória zu einer Mordwelle geführt. Nun will ein Mann mit einem John-Lennon-Song gegen die Gewalt ankämpfen.

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Die Stadt Vitória 520 Kilometer nordöstlich von Rio de Janeiro gleicht einer Geisterstadt. Tagsüber bleiben viele Banken, Schulen und Geschäfte geschlossen. Abends und in der Nacht herrscht in der 320.000-Einwohner-Stadt dann absolutes Chaos. Seit Samstag streikt die Militärpolizei, weil ihre Forderungen nach höheren Gehältern nicht erfüllt werden.

Wie die Zeitung «O Globo» berichtet, wurden in den vergangenen sechs Tagen 101 Menschen bei Raubüberfällen ermordet. Die brasilianische Regierung schickte mittlerweile 200 Soldaten in die Region – ohne dass sich etwas an der Situation geändert hätte.

Ein Mann auf Friedensmission

In der Nacht auf Donnerstag fuhr ein Privatauto durch die Straßen von Vitória und spielte «Imagine», den bekannten Friedensssong von John Lennon, über eine Lautsprecheranlage ab. Gleichzeitig projizierte ein Beamer den Hashtag #SemMedo (dt. «Ohne Angst») an die Häuserwände. An den Fenstern der Hochhäuser stehend klatschten die Leute vor Freude. Hinter der Idee steckt Rike Soares, der auf Facebook nun andere dazu aufforderte, seine «Friedensmission» zu begleiten.

Der Bundesstaat Espírito Santo, dessen Hauptstadt Vitória ist, hat massive Finanzprobleme und ist zum Sparen gezwungen. Zwar dürfen die Militärpolizisten offiziell nicht streiken, allerdings blockierten die Angehörigen der Beamten die Kasernen und hinderten die Polizisten am Ausrücken. Gouverneur Paulo Hartung sprach von Erpressung. «Sie nehmen die Freiheit und die Rechte der Bürger von Espírito Santo als Geiseln und fordern Lösegeld», sagte er der Nachrichtenagentur Agência Brasil.

(L'essentiel/kle)

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