Jahrhundert-Mondfinsternis

29. Juli 2018 13:27; Akt: 29.07.2018 16:39 Print

Die schönsten Bilder des Himmelsspektakels

Die totale Mondfinsternis am Freitag war mit einer Dauer von 103 Minuten die längste des Jahrhunderts. Zahlreiche Himmelsgucker auf der ganzen Welt bestaunten den Blutmond.

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Die längste totale Mondfinsternis des Jahrhunderts hat am Freitag zahlreiche Menschen rund um den Erdball in den Himmel schauen lassen. Von etwa 21.30 bis gegen 23.15 Uhr mitteleuropäischer Zeit war die Scheibe des Vollmonds in ein rötliches Licht getaucht.

Während australische Himmelsgucker den Wecker stellen mussten, um den «Blutmond» vor Sonnenaufgang zu sehen, war das seltene Naturschauspiel in Europa an einem lauen Abend zu sehen. Zahlreiche Himmelsgucker ließen sich das Spektakel im Freien nicht entgehen. Mancherorts, auch in Luxemburg, verstellten aber Wolken den Blick auf den Mond.

Die ersten Bilder der Mondfinsternis aus Indien, Indonesien und Kenia. (Video: AFP, AP, Storyful) Mit einer Gesamtdauer von 103 Minuten war die Phase der totalen Verfinsterung des Monds außergewöhnlich lang. Zu sehen gab es nichts weniger als den «Blutmond», wie der in kupferrotes Licht getauchte Erdtrabant im Volksmund genannt wird. Als Zusatzattraktion gab es noch einen wegen seiner derzeitigen Nähe zur Erde besonders hellen und großen Nachbarplaneten Mars zu sehen.

Hindu-Tempel in Indien geschlossen

Das Spektakel wurde rund um den Globus verfolgt. In Indien wurden am Freitag Hindu-Tempel geschlossen, um die angeblich von verdunkelten Himmelskörpern ausgehende negative Energie zu bannen. Ganz anders in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Dort erklärte ein Beobachter: «Genau darum geht es im Leben: Magische Momente wie dieser. Es ist einfach wunderschön.»

Im Norden, Westen und Süden Deutschlands war die Sicht auf die beiden rötlich leuchtenden Himmelskörper ebenfalls vielerorts recht gut, in Berlin und den östlichen Bundesländern schoben sich Gewitterwolken vor den finsteren Mond. Hunderte Menschen verfolgten es am Strand von Norderney an der Nordsee. In Österreich etwa gab es im ganzen Land zahlreiche organisierte oder spontane «Public Viewings». In Wien fanden sich hunderte Schaulustige ein.

Auch in den sozialen Medien beschäftigte viele das Himmelsspektakel. «Ich finde den Gedanken irgendwie wunderschön, dass die ganze Welt heute gemeinsam zum Mond aufschaut», schrieb ein Twitter-Nutzer.

Über hundert Jahre warten

Das Phänomen «Blutmond» entsteht durch Streulicht der Sonne. Vor allem die langwelligen, roten Anteile des Lichts werden durch die Erdatmosphäre in den Schattenkegel hinein gebrochen.

Der Zufall wollte es, dass ganz in der Nähe des Vollmondes der Planet Mars ebenfalls in Erdnähe unterwegs ist. Der rote Planet war eine Handbreit unterhalb der verdunkelten Mondscheibe zu sehen und übertraf für einmal sogar den Jupiter an Glanz.

Die nächste totale Mondfinsternis von ähnlicher Länge wie am 27. Juli ist erst wieder für das Jahr 2123 zu erwarten.

Netzreaktionen zum Blutmond:

(L'essentiel/jcg/scl/sda/jt)

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