Philippinen

04. Januar 2017 07:18; Akt: 04.01.2017 14:35 Print

Islamisten befreien mehr als 100 Häftlinge

Rebellen haben im Süden der Philippinen ein Gefängnis überfallen und Dutzenden Insassen zur Flucht verholfen. Es sei der größte Ausbruch der Geschichte des Landes.

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Dutzende ihrer Schicksalsgenossen sind auf der Flucht: Insassen versuchen durch das Gitterfenster mit Angehörigen zu kommunizieren. Das Gefängnis Paranaque City in Manila ist wie die meisten auf den Philippinen überfüllt. (12. August 2016) (Bild: AP Photo/Bullit Marquez)

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Dutzende Islamisten haben ein Gefängnis auf den Philippinen angegriffen und 158 Häftlinge befreit. Nach Behördenangaben lieferten sich mehr als 100 Angreifer in der Provinz Cotabato auf der Insel Mindanao am Mittwoch ein zweistündiges Feuergefecht mit den Wachmännern und töteten einen Gefängniswärter.

Insgesamt seien mindestens sieben Personen bei dem Feuergefecht und der Verfolgung der Flüchtigen getötet worden, teilte der Leiter der Haftanstalt in der Provinz Cotabato am Mittwoch mit. Ein weiterer Häftling wurde verletzt. Acht der Geflohenen wurden wieder eingefangen. Der Vorsteher eines Dorfes in der Nähe sagte der Nachrichtenagentur AP, Bewohner hätten einen Flüchtigen gestellt.

Große Suche im Gange

Polizeichef Leo Ajero sagte, noch Stunden nach dem Ausbruch habe es Gefechte gegeben. Die Sicherheitskräfte hätten unter anderem mit gepanzerten Fahrzeugen Jagd auf Angreifer und Ausbrecher gemacht. «Nach meiner Kenntnis ist das der grösste Ausbruch in der Geschichte», sagte der Sprecher der Gefängnisbehörde, Xavier Solda.

Gefängnisdirektor Peter Bongat meinte, es habe sich um eine Aktion zur Befreiung von islamistischen Gesinnungsgenossen gehandelt. Bongat zufolge stecken Mitglieder der Splittergruppe Islamische Freiheitskämpfer der Bangsamoro (Biff) der Moro Islamische Befreiungsfront (Milf) hinter dem Angriff. Gemäß dem «Philippine Star» bestreitet die Gruppe den Vorwurf.

Rebellion mit 120.000 Toten

Das Gefängnis etwa 930 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Manila hat mehr als 1500 Insassen, unter ihnen Mitglieder der Biff und andere Guerilla-Kämpfer. Die Haftanstalt wurde seit 2007 bereits zum dritten Mal angegriffen.

Die Milf kämpft seit den 70er-Jahren gegen die Regierung in Manila, gab ihre Forderung nach Unabhängigkeit später aber zugunsten der Forderung nach regionaler Autonomie für die muslimische Minderheit auf Mindanao auf. Seit Beginn des Aufstands wurden rund 120'000 Menschen getötet.

Die Philippinen sind mehrheitlich katholisch, die rund zehn Millionen Muslime machen etwa zehn Prozent der Bevölkerung aus.

(L'essentiel/foa/sda)

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