Neues Sachbuch

05. September 2017 07:00; Akt: 04.09.2017 21:29 Print

War Hitler ein sexuell verwirrter Serienkiller?

Schuld am Holocaust und dem Zweiten Weltkrieg war Hitlers abnorme Sexualität. Zu dieser streitbaren Erkenntnis kommt ein deutscher Schriftsteller.

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Wie konnte es in Deutschland zur Katastrophe des Dritten Reichs kommen? Ein neues Sachbuch stellt dazu eine gewagte These auf: Der nationalsozialistische Diktator Adolf Hitler sei ein sexuell getriebener Maßenmörder gewesen, der Spaß am Töten gehabt habe.

Zur Untermauerung dieser Behauptung nimmt der Schriftsteller Volker Elis Pilgrim in seinem im Osburg-Verlag erschienenen Buch «Hitler 1 und Hitler 2. Das sexuelle Niemandsland» immer wieder auf eine vermeintliche Schlüsselszene Bezug: Die Schauspielerin Marianne Hoppe schilderte in ihren Memoiren, wie sie Hitler während einer Kinovorführung einmal beobachtet habe.

«Er kriegt so eine Art von Orgasmus»

Im Film «Der Rebell» über den Tiroler Volksaufstand gegen Napoleon und die Bayern gibt es eine Szene, in der die Tiroler die Franzosen mit schweren Felsbrocken erwarten, als diese durch einen Engpass marschieren. Hoppe bemerkte dabei Folgendes: «Als die Franzosen kamen, machten sie die Stricke los und dann fielen die ganzen Steine auf die Franzosen herab. Und da, glaube ich, kriegte Hitler eine Art von Erregung und hat so die Knie gerieben (...) und hat gestöhnt. Ich weiß nicht, ob er verrückt war, aber da kriegte er so eine Art von Orgasmus, sagen wir mal.»

Pilgrim, ein laut «Spiegel» (Bezahlartikel) «psychologisch versierter Experte für steile Thesen», erforschte Hitlers Sexleben und gewinnt aus Hoppes Schilderung die Erkenntnis, «dass es bei Hitler einen Zusammenhang zwischen Sexualität und Gewalt gegeben hat» und «dass ihm Gewalt an Männern und deren Tötung Lust verschaffte». Dies sei ein entscheidendes Merkmal für Serienkiller.

Der «Spiegel» stört sich allerdings an der dünnen Beweislage. Der Autor könne nicht wissen, ob Hitler im Kino wirklich onaniert habe. Dennoch werde aus dem Anfangsverdacht in dem Buch nach und nach Gewissheit. Zudem, so moniert das Magazin, habe Pilgrims Annahme einen Denkfehler: Serienkiller töteten ihre Opfer selbst, Hitler allerdings habe niemals selbst Hand angelegt. Diesen Umstand ignoriere der Schriftsteller. Auch dass Pilgrim diese Serienkiller-These kurzerhand als Erklärung für den Holocaust heranzieht, missfällt dem Blatt.

Keine Flecken auf dem Laken

Als weiteren Beleg für Hitlers sexuelle Abnormität führt der Schriftsteller ins Feld, dass der Führer sexuell abstinent gelebt habe. Sein Hausverwalter auf dem Berghof bei Berchtesgaden habe oft die Bettlaken auf Flecken untersucht, wenn Hitlers Geliebte Eva Braun bei ihm schlief – und er sei jedoch nie fündig geworden. Dazu passe Hitlers Aussage, er «habe den Drang zum körperlichen Besitz einer Frau überwunden», da die deutsche Nation seine wahre Braut sei.

Wie genau Hitler zu dem wurde, was er war, will der laut «Spiegel» «etwas größenwahnsinnige Autor» in drei weiteren Bänden zur Psyche des Diktators aufarbeiten.

(L'essentiel/mlr)

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