Prozessauftakt

20. Oktober 2020 13:53; Akt: 20.10.2020 14:10 Print

17-​​Jähriger gesteht tödlichen Schlag

Am Nikolaustag 2019 ist es zu einer Schlägerei zwischen Jugendlichen und einem Familienvater in der Augsburger Innenstadt gekommen. Am Ende ist der Mann tot.

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Der Streit entzündete sich um eine Zigarette. (Bild: DPA)

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Im Prozess um den tödlichen Streit am Nikolaustag 2019 am Augsburger Königsplatz hat der Hauptangeklagte vor Gericht den tödlichen Schlag eingeräumt. Der 17-Jährige ließ am Dienstag zu Beginn des Prozesses am Augsburger Landgericht von seinen Verteidigern eine entsprechende Erklärung verlesen.

Der Jugendliche muss sich wegen des Todes eines 49 Jahre alten Familienvaters vor der Jugendkammer verantworten. Er hatte laut Anklage den Mann bei einem Streit mit einem einzigen Faustschlag umgebracht, ihm wird Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Dem Opfer riss durch die Wucht des Schlages eine Schlagader am Kopf, der 49-Jährige verblutete binnen Minuten.

«Ich wollte niemals, dass so etwas passiert.»

Als er gehört habe, dass durch seinen Schlag der Mann gestorben war, sei er fassungslos gewesen, hieß es in der Erklärung des Jugendlichen. «Ich wollte niemals, dass so etwas passiert.»

Die Tat hatte im vergangenen Dezember bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Da der Getötete Mitglied der Berufsfeuerwehr in Augsburg war, hatten auch Mitglieder anderer Feuerwehren in Deutschland dem Opfer gedacht.

Auslöser: eine Zigarette

Auslöser war, dass am Abend des 6. Dezember 2019 zwei befreundete Paare nach einem Besuch des Augsburger Weihnachtsmarktes an dem belebten Platz auf eine Gruppe Jugendliche getroffen waren. Dabei entwickelte sich zwischen den zwei Männern und den insgesamt sieben Jugendlichen eine zunächst verbale Auseinandersetzung um eine Zigarette, die ein Jugendlicher von den Erwachsenen schnorren wollte.

Der 17-Jährige erklärte, dass der 49-Jährige dann einen seiner Kumpel zu Boden geschubst habe. Weil er Angst um seinen Freund gehabt habe, sei der 17-Jährige dann gegen den Mann handgreiflich geworden: «Ich versetzte ihm einen Faustschlag, er ging sofort zu Boden.» An die weiteren Ereignisse erinnere er sich nur verschwommen. Vor der Tat seien die Jugendlichen in der Stadt unterwegs gewesen und hätten viel Alkohol getrunken.

Anklage weitgehend eingeräumt

Mit seiner Erklärung schilderte der Jugendliche das Tatgeschehen weitgehend so, wie es auch in der Anklage dargestellt ist. Die Jugendlichen waren damals geflüchtet, konnten allerdings recht schnell von der Kripo ermittelt werden. Denn der Augsburger Königsplatz wird von der Polizei per Video überwacht.

Dem Hauptangeklagten, der die deutsche, libanesische und türkische Staatsangehörigkeit besitzt, wird zusammen mit zwei anderen aus der Gruppe in dem Prozess ebenfalls vorgeworfen, den 50 Jahre alten zweiten Mann verprügelt zu haben. Das Trio muss sich daher wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung verantworten. Das Gericht hat insgesamt acht Verhandlungstage vorgesehen, das Urteil könnte Anfang November verkündet werden.

(L'essentiel/DPA)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jos am 20.10.2020 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach der Arme...schlechte Kindheit gehabt, hin und hergerissen zwischen verschiedenen Kulturen, weiss nichts mit sich anzufangen und schlägt mal eben jemanden tot. Er wollte das ja gar nicht, das hilft dem getötete leider nicht mehr...ich meine mich zu erinnern, dass er und seine Kumpels mehrfach polizeibekannt waren...Na, da wird ja ei e fürchterliche Strafe auf ihm warten...ob es etwas hilft? Meistens nicht.

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  • Luxemburger am 20.10.2020 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder ! Immer das selbe Klientel !

  • Marc am 20.10.2020 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Jemanden mit so viel Gewalt in einem Schlag so zu Verletzen dass er sofort stirbt ist in meinen Augen keine Körperverletzung mit Todesfolge mehr sondern eher Vorsatz, also Mord. Das war kein Schlag um Jemanden abzuwehren sondern mit soviel Kraft dass schwere Verletzung gewollt waren und in Kauf genommen wurden. Aber warscheinlich wird der Täter, wenn überhaupt, entweder Bewährung oder kaum Haftstrafe bekommen. Das nennt man dann auf gut Deutsch Täterschutz.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pablo am 06.11.2020 08:49 Report Diesen Beitrag melden

    Wei ech emmer soen mat Never Come Back Airline op de Mound mat deenen Idioten.

  • Luxemburger am 20.10.2020 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder ! Immer das selbe Klientel !

  • Marc am 20.10.2020 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    Jemanden mit so viel Gewalt in einem Schlag so zu Verletzen dass er sofort stirbt ist in meinen Augen keine Körperverletzung mit Todesfolge mehr sondern eher Vorsatz, also Mord. Das war kein Schlag um Jemanden abzuwehren sondern mit soviel Kraft dass schwere Verletzung gewollt waren und in Kauf genommen wurden. Aber warscheinlich wird der Täter, wenn überhaupt, entweder Bewährung oder kaum Haftstrafe bekommen. Das nennt man dann auf gut Deutsch Täterschutz.

  • Jos am 20.10.2020 17:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach der Arme...schlechte Kindheit gehabt, hin und hergerissen zwischen verschiedenen Kulturen, weiss nichts mit sich anzufangen und schlägt mal eben jemanden tot. Er wollte das ja gar nicht, das hilft dem getötete leider nicht mehr...ich meine mich zu erinnern, dass er und seine Kumpels mehrfach polizeibekannt waren...Na, da wird ja ei e fürchterliche Strafe auf ihm warten...ob es etwas hilft? Meistens nicht.

    • Kuscheljustiz am 21.10.2020 08:50 Report Diesen Beitrag melden

      bei ons um Geriicht geif en weinstens 3 Wochen mat Sursis kréien fir en Exempel ze weisen.

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