Wegen Hinrichtung

01. Januar 2019 16:06; Akt: 01.01.2019 16:11 Print

21-​​Jähriger fährt Fußgänger aus Rache um

Das neue Jahr beginnt für die japanische Hauptstadt mit einer Schreckensmeldung: Ein Mann wollte sich für eine Hinrichtung rächen und verletzt mehrere Menschen.

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In der japanischen Millionenmetropole Tokio hat ein Autofahrer in einer belebten Einkaufszone mindestens neun Fußgänger gerammt und verletzt. Dies berichten örtliche Medien.

Der Fahrer des Wagens sei festgenommen worden und habe der Polizei selbst gesagt, dass er einen Terroranschlag verüben wollte, meldete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Neujahrsmorgen. Demnach wollte sich der 21-Jährige «für eine Hinrichtung rächen» und ließ nach dem Zwischenfall, der sich kurz nach Mitternacht auf der Takeshita-Straße ereignete, keine Reue erkennen.

Unklar war zunächst, ob sich die angebliche Wut des Mannes gegen eine einzelne Hinrichtung oder gegen das System der Todesstrafe an sich richtete. Gegen ihn wird nun wegen versuchten Mordes ermittelt.

36 Hinrichtungen seit Abes Amtsantritt

Als drittgrößte Wirtschaftsnation der Welt gehört Japan zu den wenigen Industrieländern, die an der Todesstrafe festhalten. Erst vergangene Woche ließ die rechtskonservative Regierung zwei zum Tode verurteilte Mörder hinrichten, im Juli endeten mehrere Mitglieder der Endzeitsekte Aum Shinrikyo am Strang, die vor 23 Jahren mit einem tödlichen Giftgasanschlag in Tokios U-Bahn das Land geschockt hatten.

Internationale Kritik an der Todesstrafe lässt die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe an sich abprallen. Menschenrechtsaktivisten prangern seit Jahren den Umgang mit Hinrichtungen sowie die Haftbedingungen in Japan an – so wird den Todeskandidaten der Zeitpunkt ihrer Hinrichtung nicht mitgeteilt. Die zum Tode Verurteilten leben oft jahrelang in Einzelhaft. Seit Abes Amtsantritt im Dezember 2012 sind 36 Menschen hingerichtet worden.

(L'essentiel/sda)

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