Auszeichnung

11. April 2017 08:09; Akt: 11.04.2017 18:33 Print

Pulitzer-​​Preis für die «Panama Papers»

Das Journalisten-Netzwerk hinter den «Panama Papers» hat einen Pulitzer-Preis gewonnen. Sie wurden damit für ihren Mut belohnt.

storybild

Preis für «erklärende Berichterstattung»: Journalisten des «Miami Herald» freuen sich über ihren Preis. (10. April 2017) (Bild: Miami Herald via AP)

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema

Die Enthüllung der «Panama Papers» und die Berichterstattung mehrerer Medien zu US-Präsident Donald Trump sind mit Pulitzer-Preisen ausgezeichnet worden. Für die «Panama Papers» bekam das in Washington ansässige Internationale Netzwerk Investigativer Journalisten (ICIJ), der in Kalifornien sitzende Medienkonzern McClatchy und der «Miami Herald» den Preis für «erklärende Berichterstattung», wie die Organisatoren am Montag in New York mitteilten.

Indirekt gehöre die Ehrung aber auch allen anderen weltweit beteiligten Medien, sagte der Vorsitzende des Pulitzer-Preis-Gremiums, Mike Pride. «Es ist keine Frage, dass dies ein viel größeres Projekt war.»

Berichterstattung zu Trump beschert Preise

Die beteiligten Medien auf der ganzen Welt hatten im April 2016 über rund 200.000 von der Kanzlei Mossack Fonseca gegründete Briefkastenfirmen berichtet, in denen Politiker, Prominente und Sportler ihr Vermögen geparkt haben sollen. Die Veröffentlichung führte zu Ermittlungen auf der ganzen Welt und zu einer Debatte über Steueroasen und Geldwäsche.

Für ihre Trump-Berichterstattung wurden unter anderen die «Washington Post» und das «Wall Street Journal» ausgezeichnet. Reporter David Fahrenthold von der «Washington Post» hatte über den geheimen Videomitschnitt aus dem Jahr 2005 berichtet, in dem der Immobilienmogul und heutige Präsident sich mit sexuellen Übergriffen gegen Frauen brüstete. Außerdem recherchierte er zu Trumps Selbstdarstellung als großzügiger Spender für wohltätige Zwecke, die sich als vielfach unwahr herausstellte.

Missbrauch aufgedeckt

Den Preis in der Königskategorie «Dienst an der Öffentlichkeit» gewannen die Lokalzeitung «New York Daily News» und die stiftungsfinanzierte Recherchegruppe «ProPublica» für die Aufdeckung von diskriminierendem Missbrauch von Zwangsräumungsregelungen in New York.

Die «New York Times» bekam insgesamt drei Pulitzer-Preise, unter anderem für Reportage und Fotos. Auch die «Chicago Tribune» und der «New Yorker» wurden ausgezeichnet, aber auch kleinere Medien wie die «Charleston Gazette-Mail» aus West Virginia und die «East Bay Times» in Kalifornien.

101. Ausgabe

«Wir sind nicht in einer Phase des Niedergangs des Journalismus, sondern mitten in einer Revolution», sagte Pride. Journalisten stünden heute unter anderem dank des Internet völlig neue Mittel zur Verfügung, und sie nutzten sie gewinnbringend.

Die Pulitzer-Preise, die in diesem Jahr bereits zum 101. Mal vergeben werden, gibt es in 21 Sparten, darunter auch Schauspiel, Musik, Poesie und Belletristik. 14 Sparten betreffen journalistische Arbeiten.

(L'essentiel/mch/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.