Ungerechte Verteilung

22. Januar 2018 07:07; Akt: 22.01.2018 08:00 Print

Hälfte der Bevölkerung hat nichts vom Reichtum

Der Chef eines großen Modekonzerns verdient an vier Tagen so viel wie eine Näherin in Bangladesh in ihrem ganzen Leben: So zeigt Oxfam das Ungleichgewicht des Weltvermögens auf.

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Die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung, rund 3,7 Milliarden Menschen, bekommt nichts ab vom globalen Vermögenswachstum. Dieses fließt laut der Entwicklungorganisation Oxfam Deutschland zu über vier Fünfteln in die Taschen des reichsten Prozents der Weltbevölkerung.

Der im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums (WEF) veröffentlichte Bericht zeigt auf, wie sich der Graben zwischen Reich und Arm weiter vertieft. Er zeigt auch, wie Konzerne und Reiche zu höheren Gewinnen kommen: indem sie Löhne drücken und Steuern vermeiden.

«Belohnt Arbeit, nicht Vermögen»

Dies gehe auf Kosten normaler Arbeiterinnen und Arbeiter, Angestellter sowie des Allgemeinwohls, schreibt Oxfam in seinem Bericht mit dem Titel «reward work, not wealth» (belohnt Arbeit, nicht Vermögen). Das reichste Prozent der Weltbevölkerung könne sich durch Tricks um Steuerzahlungen von etwa 200 Milliarden Dollar jährlich drücken.

Entwicklungsländern entgingen durch die Steuervermeidung von Konzernen und Reichen jedes Jahr Einnahmen in der Höhe von mindestens 170 Milliarden Dollar. Dies ist laut Oxfam mehr als die weltweite jährliche Entwicklungshilfe, die bei rund 145 Milliarden Dollar liegt.

Vier Tage gegen ein ganzes Leben

Staaten sollten der Steuervermeidung einen Riegel schieben, fordert Oxfam. Auch brauche es faire Einkommen für Frauen und Männer und Investitionen in Bildung und Gesundheit für alle.

Oxfam illustrierte die Ungleichverteilung mit dem Lohn eines Chefs von einem der fünf größten Modekonzerne: Dieser verdiene in vier Tagen so viel wie eine Näherin in Bangladesh in ihrem ganzen Leben.

Die Zahl der Milliardäre sei zwischen 2016 und 2017 so stark wie nie zuvor gewachsen, hieß es weiter. Jeden zweiten Tag sei ein Milliardär hinzugekommen. Im vergangenen Jahr gab es weltweit 2043 Milliardärinnen und Milliardäre, mit einer erdrückenden Mehrheit von neun Zehntel Männern.

Konsequente Ausbeutung der Frauen

Überhaupt seien vorrangig Männer des globalen Nordens die großen Gewinner. Die Verliererinnen seien hauptsächlich Frauen, insbesondere im globalen Süden, hieß es im Bericht.

Frauen würden im derzeitigen Wirtschaftssystem konsequent ausgebeutet. Weltweit seien Frauen schlechter bezahlt als Männer, wurde Jörn Kalinski von Oxfam Deutschland zitiert.

Auch seien sie überproportional häufig in schlecht bezahlten Berufen tätig und befänden sich in unsicheren Arbeitsverhältnissen. Zudem leisteten sie unbezahlte Pflege- und Sorgearbeit im Umfang von schätzungsweise zehn Billionen Dollar.

(L'essentiel/roy/sda/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Saupreis am 22.01.2018 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für mich sieht das sieht das so aus als wenn das alles beabsichtig ist von der hiesigen Regierung, damit die ärmere Bevölkerungsschicht in benachbarte Länder auswandert, damit man diese Menschen nicht mehr unterstützen muss. Ansonsten ist es nicht zu erklären, wieso zb. eine Tram für 500 Mios gebaut wurde, die KEINER braucht, aber die fehlenden 70.000 Wohnungen, die für die horrenden verantwortlich sind, nicht angeschafft werden.

  • porcinet am 22.01.2018 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wanns de eppes léiers, dann verdéngs de och eppes

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Saupreis am 22.01.2018 10:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für mich sieht das sieht das so aus als wenn das alles beabsichtig ist von der hiesigen Regierung, damit die ärmere Bevölkerungsschicht in benachbarte Länder auswandert, damit man diese Menschen nicht mehr unterstützen muss. Ansonsten ist es nicht zu erklären, wieso zb. eine Tram für 500 Mios gebaut wurde, die KEINER braucht, aber die fehlenden 70.000 Wohnungen, die für die horrenden verantwortlich sind, nicht angeschafft werden.

  • porcinet am 22.01.2018 08:10 Report Diesen Beitrag melden

    Wanns de eppes léiers, dann verdéngs de och eppes

    • Niemand am 22.01.2018 17:31 Report Diesen Beitrag melden

      Net ëmmer du Schlaumeier. -_-

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