China

22. März 2019 10:33; Akt: 22.03.2019 10:40 Print

47 Tote nach Explosion in Chemiewerk

Am Donnerstag ist es in der chinesischen Stadt Xiangshui zu einer heftigen Explosion gekommen. Die Zahl der Toten steigt stetig an.

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Ein Amateurvideo soll den Augenblick der Explosion zeigen. (Video: Tamedia/Reuters)

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Nach einer schweren Explosion in einem Chemiepark in Ostchina ist die Zahl der Opfer gestiegen: 47 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben. Zuvor war von sechs, später von 44 Toten die Rede gewesen.

90 weitere Personen wurden zudem schwer verletzt. Von den Verletzten befinden sich 32 Menschen in einem kritischen Zustand. Dies teilten die Behörden der ostchinesischen Stadt Yancheng am Freitag mit. Auslöser für die Explosion am Vortag war ein Feuer in einer Fabrik für Pestizide.

Wohnhäuser beschädigt

Die Druckwelle der Explosion beschädigte auch Hausfassaden in der Umgebung und zerstörte zahlreiche Fenster, wie auf Videoaufnahmen des Unglücks zu erkennen ist. Über 640 Menschen zogen sich nach Behördenangaben Schnittwunden und andere Verletzungen zu und begaben sich zur Behandlung in Krankenhäuser. Zahlreiche Autos, Wohnhäuser und eine Schule in der Nähe seien beschädigt worden.

«Alle Türen und Fester wurden in unserem Haus herausgerissen und Teile der Decke fielen herunter», sagte eine 18-jährige Anwohnerin, die mit ihrer Familie etwa zwei Kilometer von der Unglücksstelle lebt: «Zum Glück war niemand Zuhause.» Im Kindergarten ihrer jüngeren Schwester habe es jedoch viele Verletzte gegeben. «Wir haben es zweimal laut knallen gehört. Dann sind die Fenster plötzlich zersprungen», sagte der Besitzer einer Werkstatt in der Nähe des Industrieparks.

Mehrere Schulen und Kindergärten in der Nähe der Unglücksstelle blieben am Freitag geschlossen. Behörden testeten die Luft- und Wasserqualität in der Umgebung auf mögliche Belastungen.

Parteiführung aufgeschreckt

Wie die staatliche Zeitung People's Daily am Freitag berichtete, war die Explosion am Donnerstag so stark, dass sie ein Erdbeben einer Stärke von 2,2 ausgelöst habe. In China kommt es immer wieder zu schweren Industrieunfällen, weil Arbeitsvorschriften zu lasch sind oder nicht eingehalten werden.

Bei einer der bisher größten Katastrophen dieser Art waren im August 2015 bei der gewaltigen Detonation eines Chemielagers im Hafen der nordostchinesischen Millionenmetropole Tianjin 173 Menschen getötet worden. Chinas Regierung hatte danach angekündigt, die Chemielager und Fabriken des Landes auf Sicherheitsrisiken prüfen zu wollen.

Das erneute Unglück alarmierte auch die oberste Führung in Peking. Präsident Xi Jinping und Ministerpräsident Li Keqiang gaben Anweisungen für die Rettungsarbeiten, teilten die Behörden in Yancheng mit.

(L'essentiel/sda)

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