«Black Lives Matter»

04. September 2020 13:28; Akt: 04.09.2020 13:33 Print

7 Polizisten nach Erstickunsgtod suspendiert

Im März starb in Rochester im US-Bundesstaat New York ein 41-jähriger Schwarzer. Nun wurde Videomaterial veröffentlicht, das die involvierten Polizisten schwer belastet.

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Nach einem Zwischenfall bei einem Polizeieinsatz im US-Bundesstaat New York, bei dem ein Schwarzer gestorben war, sind sieben Beamte vom Dienst suspendiert worden. Das sagte die Bürgermeisterin der Stadt Rochester im Nordwesten des Bundesstaats am Donnerstag. Der Zwischenfall habe sich bereits im März ereignet, berichteten US-Medien.

Neu veröffentlichtes Videomaterial hatte die Polizisten in Rochester im Fall des verstorbenen Afroamerikaners belastet. Daniel Prude aus Chicago war laut US-Medien zu Besuch bei seinem Bruder in Rochester. In der Nacht auf den 23. März 2020 –zwei Monate vor dem Tod von George Floyd, der landesweite Proteste auslöste – rief Joe Prude die Polizei um Hilfe. Sein Bruder habe ein psychisches Problem und erlebe gerade eine Episode.

Wie das Video von den Bodycams der Polizisten zeigen, saß Daniel Prude nackt im Schneeregen auf der Straße. Die Beamten zogen dem 41-Jährigen eine Spuckhaube über. Es war der Beginn der Coronavirus-Pandemie an der US-Ostküste und die Polizisten wollten verhindern, dass sie von Prude angespuckt werden.

Tod nach sieben Tagen im Krankenhaus

In den Videos ist zu hören, wie Prude, gepackt von den Beamten, Probleme mit dem Atmen bekommt. Er ruft «Ihr versucht mich zu töten!» und beginnt sich zu wehren. Danach wird er mit dem Gesicht voran zu Boden gedrückt, zwei Minuten lang. Dann beginnen sich die Polizisten anscheinend Sorgen zu machen. «Bist du am Kotzen?», fragt einer. «Er fühlt sich kalt an», sagt ein anderer.

Die Polizisten entfernen Spuckhaube und Handschellen. Elf Minuten nach dem Eintreffen der ersten Beamten wird Daniel Prude regungslos in eine Ambulanz geladen. Sieben Tage später stirbt er im Krankenhaus, nachdem seine lebenserhaltenden Maßnahmen abgestellt wurden. Im Autopsiebericht ist von einer Tötung («Homicide») die Rede, begünstigt durch Effekte der Droge PCP (Phencyclidin), auch bekannt als «Angel Dust».

Proteste von Aktivisten, Bedauern von Justizministerin

Mit der Veröffentlichung der Videos wurden Stimmen von Aktivisten laut, die eine Bestrafung der involvierten Beamten fordern. «Die Polizei zeigt uns immer wieder, dass sie nicht fähig ist, mit Personen umzugehen, die psychische Probleme haben. Diese Beamten werden zum Töten trainiert, nicht zum De-Eskalieren», sagte Aktivistin Ashley Gantt laut der Agentur «Associated Press» an einer Pressekonferenz.

Vor dem Polizei-Hauptquartier in Rochester wurde zudem gegen Polizeigewalt an Schwarzen protestiert. Gegenüber «CNN» sagte der Bruder des Verstorbenen: «Wie viele Schwarze müssen noch sterben, bevor die Gesellschaft versteht, dass das aufhören muss?»

Laut der Bürgermeisterin von Rochester, Lovely Warren, läuft derzeit eine Untersuchung, geleitet von der Justizministerin des Staates New York. Diese drückte in einer offiziellen Mitteilung ihr Bedauern aus und nannte den Tod von Daniel Prude «eine Tragödie.»

(L'essentiel/Katja Fässler)

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