Sorge wegen Schweinepest

12. Januar 2018 10:34; Akt: 12.01.2018 10:41 Print

70 Prozent der Wildschweine droht der Abschuss

Deutschland bereitet sich auf eine Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest vor. Landwirte schlagen Alarm – und fordern nun die Ergreifung von harten Maßnahmen.

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Mehrere deutsche Bundesländer geben das Wildschwein nun auch in der Schonzeit zum Abschuss frei. Grund ist die Sorge vor einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest. (Bild: DPA/Carsten Rehder)

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Radikale Forderung des deutschen Bauernverbands: Die Berufsvertretung fordert den Abschuss von 70 Prozent der Wildschweine in der Bundesrepublik. Der Grund: In den Nachbarländern Polen und Tschechien wurden Fälle der Afrikanischen Schweinepest bekannt. Nun wird eine Einschleppung der Tierseuche nach Deutschland befürchtet. Millionen Wild- und Hausschweine sind dadurch bedroht.

Ein möglicher Ausbruch würde «katastrophale Folgen» für deutsche Schweinezüchter haben, sagte der Präsident des Bauernverbands, Joachim Rukwied, der Heilbronner Stimme. Es müssten daher «alle Abwehrmaßnahmen ergriffen werden». Sogar eine Art «Kopfgeldprämie» für Jäger, die verstärkt Wildschweine töten, wird diskutiert.

Wildschweine nicht ausreichend dezimiert

Sollte die Schweinepest ankommen, könnte dies unter Umständen dazu führen, «dass es Landkreise gibt, wo kein Hausschwein mehr im Stall steht», sagte der rheinland-pfälzische FDP-Politiker und Schweinezüchter Marco Weber in einem Interview mit dem Radiosender «RPR 1». In Deutschland sei es gesetzlich vorgeschrieben, dass in einem infizierten Betrieb alle Schweine gekeult werden müssten.

Weber sieht im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Erregers auch die Politik in der Pflicht. «Es muss von Seiten der Landesregierung noch mehr getan werden, um die Jägerschaft zu mobilisieren.» In der Vergangenheit seien die Wildschweine nicht ausreichend dezimiert worden. Es könne nicht sein, dass Wildschweine beispielsweise durch Supermärkte oder Gärten liefen. «Es ist nicht damit getan, einmal im Monat oder an einem Wochenende anzusitzen und wenn man Pech hat, trotz Mondscheins kein Wildschwein gesehen zu haben.»

Nachbarbundesländer überlegen neue Maßnahmen

Die Sorge vor einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest treibt auch die Behörden in Rheinland-Pfalz und dem Saarland um. Allerdings ist eine Aufhebung der Schonzeit, wie sie derzeit in Hamburg angeordnet wird, nicht notwendig. Wildschweine dürfen in beiden Bundesländern bereits ganzjährig bejagt werden. Ausgenommen davon sind nur Bachen, die abhängige Frischlinge führen. «Wir stimmen uns derzeit mit anderen Bundesländern ab, um weitere Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Schweinepest zu ergreifen», sagte eine Sprecherin der Landesregierung in Saarbrücken.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hatte in seiner Bewertung zur Verringerung des Risikos einer Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest empfohlen, die Wildschweinbestände drastisch zu reduzieren. Die Tierseuche breitet sich seit einigen Jahren über Russland und das Baltikum in Richtung Westeuropa aus. Die jüngsten Infektionsfälle wurden aus dem mährischen Zlin und in der Region um Warschau gemeldet. Die von Viren ausgelöste Krankheit befällt Haus- und Wildschweine. Für Menschen und andere Haus- und Wildtiere ist sie ungefährlich. Allerdings fürchtet die Landwirtschaft Milliardenschäden für den Sektor und eine Existenzkrise für viele Unternehmen, sollte es das Virus bis nach Deutschland schaffen.

Bericht des ZDF-«heute-journal»

(L'essentiel/dpa/jt)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tierfreund am 12.01.2018 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Sind die Wildschweine Schuld an den katastrophalen Bedingungen der Massentierhaltung ? Die Bauernlobbys sollten bei sich selber anfangen akzeptable Verhältnisse in ihren Ställen zu gewährleisten anstatt nur dem Profit nachzujagen.

  • Anabel am 13.01.2018 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dann können d'Jéër leschteg droplass balleren.Fir ze soen si géifen Natur regelen.Naja nët meng Meenung.Natur regelt sech vum selwen si brauch de Mënsch nët(Wollef mee dee kritt keng Chance soss ass de Spaass eriwer!

  • Peter Meier am 12.01.2018 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    Die Überschrift des Artikels ist komplett falsch. Auf reißerische Weise wird hier die Unwahrheit behauptet. Der deutsche Bauernverband hat lediglich gefordert, dass 70% der Wildschweine abgeschossen werden. Diese Forderung bedroht kein einziges Wildschwein. Aus praktischen und weiteren Gründen werden sicher keine 70% der Wildschweine abgeschossen werden. Aber Hauptsache diese Zeitung hat eine reißerische Überschrift! Übrigens, genau genommen sind sogar 100% der Wildschweine vom Abschuss bedroht. Irgendwann würde ein Jäger jedes Wildschwein abschießen, wenn er es vor die Flinte bekommt!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Anabel am 13.01.2018 20:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dann können d'Jéër leschteg droplass balleren.Fir ze soen si géifen Natur regelen.Naja nët meng Meenung.Natur regelt sech vum selwen si brauch de Mënsch nët(Wollef mee dee kritt keng Chance soss ass de Spaass eriwer!

  • Niemand am 12.01.2018 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    Da freuen sich die Jäger.

  • Peter Meier am 12.01.2018 18:27 Report Diesen Beitrag melden

    Die Überschrift des Artikels ist komplett falsch. Auf reißerische Weise wird hier die Unwahrheit behauptet. Der deutsche Bauernverband hat lediglich gefordert, dass 70% der Wildschweine abgeschossen werden. Diese Forderung bedroht kein einziges Wildschwein. Aus praktischen und weiteren Gründen werden sicher keine 70% der Wildschweine abgeschossen werden. Aber Hauptsache diese Zeitung hat eine reißerische Überschrift! Übrigens, genau genommen sind sogar 100% der Wildschweine vom Abschuss bedroht. Irgendwann würde ein Jäger jedes Wildschwein abschießen, wenn er es vor die Flinte bekommt!

  • Tierfreund am 12.01.2018 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Sind die Wildschweine Schuld an den katastrophalen Bedingungen der Massentierhaltung ? Die Bauernlobbys sollten bei sich selber anfangen akzeptable Verhältnisse in ihren Ställen zu gewährleisten anstatt nur dem Profit nachzujagen.