Argentinien

20. Juni 2017 13:47; Akt: 20.06.2017 14:02 Print

75 Nazi-​​Relikte in Geheimraum entdeckt

Dolche, Bierbecher und Hakenkreuze: Ein Sammler hortete nahe Buenos Aires einen ganzen Raum voll mit Nazi-Krempel. Wie kamen die Artefakte nach Argentinien?

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema

Die Polizei in Argentinien hat Medienberichten zufolge den größten Fund an Nazi-Devotionalien in der Geschichte des Landes gemacht. In einem Geheimraum eines Hauses nördlich von Buenos Aires fanden Ermittler an die 75 Artefakte aus der Zeit des Dritten Reichs, darunter Hitlerbüsten, eine Sanduhr mit Hakenkreuz, Bierbecher und ein Instrument zur Vermessung von Schädeln. Die Razzia fand in Zusammenarbeit mit Interpol statt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um Originalstücke handelt. Hochrangige Nazis brachten die Artefakte höchstwahrscheinlich nach dem Zweiten Weltkrieg nach Argentinien. Ein Bild aus der Sammlung macht die Experten stutzig: Darauf ist Adolf Hitler mit einem Vergrößerungsglas zu sehen – ein ähnlicher Gegenstand wurde auch in dem Geheimraum gefunden. Möglich ist, dass der Diktator die Lupe tatsächlich einmal in Händen hielt.

Flucht über die Rattenlinie

Experten werden nun zu Rate gezogen, um Genaueres zu den Gegenständen in Erfahrung zu bringen. Über den Besitzer der Nazi-Sammlung ist nicht viel bekannt. Er bleibt jedoch vorerst auf freiem Fuß. Es wird weiter gegen ihn ermittelt, schreibt die Nachrichtenagentur AP. In seiner Sammlung fanden sich auch Objekte asiatischen Ursprungs. Eines stand auf einer Roten Liste der Unesco für bedrohte Kulturschätze.

Nach dem Zweiten Weltkrieg flohen zahlreiche Nazi-Verbrecher über die sogenannte Rattenlinie nach Südamerika. Deutsche Hitler-Sympathisanten, italienische Faschisten, argentinische Beamte und sogar die Katholische Kirche leisteten dabei tatkräftige Unterstützung. Unter anderem konnten der Organisator des Holocaust, Adolf Eichmann, der KZ-Arzt von Auschwitz, Josef Mengele, und der berüchtigte Kommandant des Ghettos von Przemysl, Josef Schwammberger, auf diese Weise nach Argentinien entkommen.

(jt/L'essentiel)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bernd am 21.06.2017 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    ist deutsche Geschichte und sollte nach Deutschland kommen in ein deutsches Museum und dort ausgestellt werden, oder nach Braunau zum Geburtshaus Adolf Hittlers , dann kann dort entlich ein Museum errichtet werden.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Bernd am 21.06.2017 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    ist deutsche Geschichte und sollte nach Deutschland kommen in ein deutsches Museum und dort ausgestellt werden, oder nach Braunau zum Geburtshaus Adolf Hittlers , dann kann dort entlich ein Museum errichtet werden.