British Columbia

29. Januar 2017 14:01; Akt: 29.01.2017 17:51 Print

Die Geisterstadt, in der noch Licht brennt

Verlassen, aber völlig intakt: Kitsault ist eine ungewöhnliche Geisterstadt. Seit 35 Jahren unbewohnt, wirkt sie trotzdem fast wie neu.

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Wer an Geisterstädte denkt, der denkt zuerst an Ruinen: Eingestürzte Dächer, zerschlagene Fensterscheiben, verrottete Möbel und die Hinterlassenschaften von Vandalen – Abfall, Drogenbesteck und Graffitis. Nichts davon findet man in der Geisterstadt Kitsault. Kitsault liegt in British Columbia, Kanada, und wer durch das verlassene Dorf fährt, der sieht gut instand gehaltene Häuser, ein Einkaufszentrum, Restaurants, Schulen, Bars und sogar ein Theater. Alles verlassen und alles in bestem Zustand.

Auch auf der Straße zeugen nur wenige Verfallsspuren von den nicht vorhandenen Einwohnern. Die Straßenlaternen sind an und die Bäume, die die Straße säumen, wirken geschnitten. Sogar der Rasen bei den Wohnhäusern sieht aus wie frisch gemäht – und das obwohl in Kitsault seit 1982 niemand mehr wohnt.

Eine kurze Stadt-Geschichte

Kitsault liegt nahe der Grenze zu Alaska und wurde 1979 für die Arbeiter einer Molybdän-Mine (Molybdän ist ein Metall) gebaut. Eine amerikanische Firma investierte viel Geld: Sie ließ auf einer Fläche von mehreren Hektaren eine ganze Stadt bauen. Darunter waren über 100 Einfamilienhäuser, sieben Wohnblöcke, ein Krankenhaus, ein Shoppingcenter, ein Spa, eine Bibliothek, Restaurants und Pubs und ein Theater.

Eine komplette Infrastruktur wurde aufgebaut: Telefonleitungen, fließendes Wasser, TV-Anschlüsse. Doch dann, kurz nach dem Aufbau, fiel der Markt für dieses besonders harte Metall zusammen – und alle 1200 Bewohner von Kitsault verließen die nagelneue Stadt wieder.

Seit zwölf Jahren gibt es Hoffnung

2005 hat der indisch-stämmige amerikanische Unternehmer Krishnan Suthanthiran Kitsault für schlappe sieben Millionen Dollar gekauft. So günstig sich das anhört: Suthanthiran hat in den letzten zwölf Jahren über 25 Millionen in Verbesserungen und Instandhaltung investiert.

Er bezahlt mehr als ein Dutzend Gärtner und Handwerker, die die Gebäude und die Umgebung instand halten. Sie reparieren wenn nötig kleinere Schäden, mähen Rasen und schneiden Bäume zurück. Aber wofür eigentlich? Suthanthiran möchte Kitsault zu einem Dreh- und Angelpunkt für die Förderung und den Transport von Flüssigerdgas machen.

(L'essentiel/Meret Steiger)

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