Höhlendrama in Thailand

09. Juli 2018 11:49; Akt: 09.07.2018 16:25 Print

Die Hoffnung auf ein Happy End wächst

Acht Mitglieder der Fußballmannschaft sind gerettet, fünf fehlen noch. Der zweite Tag der Rettungsaktion ist beendet. Morgen soll die Bergung fortgesetzt werden.

Die Rettungsaktion hat begonnen: Insgesamt acht Jungen haben die Höhle bereits verlassen. (Tamedia/Storyful/AFP)

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Im Höhlendrama von Thailand wächst nach über zwei Wochen Bangen und Zittern die Hoffnung auf ein glückliches Ende. Mit einer neuen Rettungsaktion über viele Stunden hinweg gelang es Spezialtauchern am Montag, vier weitere Kinder aus der Höhle im Norden des Landes ans Tageslicht zu bringen, wie die thailändische Marine bekanntgab. Damit sind nun acht Spieler der Fußball-Mannschaft gerettet. «2 Tage, 8 Wildschweine», hieß es in dem Eintrag in Anspielung auf den Namen der Fußballmannschaft.

Vier Jungen und ihr Betreuer müssen – nach allem was bekannt ist – noch in der Höhle ausharren, jetzt schon seit 16 Tagen.

Vermutlich wird die Rettungsaktion nun am Dienstag fortgesetzt, wenn die Taucher neue Kräfte gesammelt haben und auch die Versorgung mit Atemluft auf dem vier Kilometer langen Weg nach draußen sichergestellt ist. Möglicherweise wird dann gleich versucht, die letzten fünf Eingeschlossenen zusammen herauszuholen. Offiziell gab es dafür zunächst keine Bestätigung.

Die Aktion stützt sich auf ein Team von mehr als einem Dutzend internationaler Spezialtaucher. Weil in Südostasien gerade Monsun-Saison ist und neue schwere Regenfälle drohen, ist sie auch ein Kampf gegen die Zeit. Die Höhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non, wo das Team am 23. Juni von Wassermassen überrascht wurde, liegt ganz im Norden Thailands an der Grenze zu Myanmar. Die geretteten Kinder werden jetzt in einem Krankenhaus der Provinzhauptstadt Chiang Rai behandelt.

Wir hatten uns alle möglichen Katastrophenszenarien ausgemalt

Vor ihrem Tauchgang bekommen die eingeschlossenen Jungen starke Beruhigungsmittel, um Panikattacken zu verhindern. Der bereits an der Rettungsaktion vom Sonntag beteiligte dänische Taucher Ivan Karadzic hat weitere Details zum Einsatz bekannt gegeben: «Wir hatten uns alle möglichen Katastrophenszenarien ausgemalt – Ausrüstung, die kaputt geht, und Kinder, die in Panik geraten, ertrinken und wiederbelebt werden müssen», erzählte er der Nachrichtenagentur Ritzau. «Wir waren darauf vorbereitet, doch nichts ist passiert. Alle waren auf ihren Posten und taten genau, was sie sollten.» Die Jungen hätten Taucheranzüge und Masken getragen. «Sie sahen etwas verängstigt aus, aber sie waren nicht in Panik oder so. Und sie lächelten und sagten Danke», berichtete der Taucher.

Die Familien der bereits aus der thailändischen Höhle geretteten Jugendlichen warten noch auf ein erstes Wiedersehen. Um die Infektionsgefahr für die geschwächten Jungen so gering wie möglich zu halten, dürfen die Eltern noch keinen körperlichen Kontakt mit ihren Söhnen haben. Die Trennung sei «eine Weile» lang nötig, «weil wir besorgt wegen Infektionen sind», sagte Provinzgouverneur Narongsak Osottanakorn. Die behandelnden Ärzte der Jungen träfen die Entscheidung, ob Angehörige die Jungen diese «aus der Entfernung oder durch Glas» sehen dürften.

Unter den ersten vier Geretteten soll sich auch der 25-jährige Trainer der Nachwuchs-Fussballmannschaft befinden, wie Thai-Medien heute berichten. Ekapol Chantawong sei deshalb bereits aus der Höhle geführt worden, weil sein Zustand einer der schlechtesten war. Laut der «Bangkok Post» habe er alles Essen seinen Schützlingen gegeben. Zuerst war angenommen worden, dass der Trainer zuletzt die Höhle verlässt.

Sobald die Taucher wieder bei den Festsitzenden angelangt sind, beginnt die eigentliche Prozedur: Etwa sechs Stunden dauert es, um vom Standort der Gruppe zum Höhlenausgang zu gelangen. Das sind die Stationen bis dorthin:

Die Kammer: Der Ort, an dem die Fußballer festsitzen, ist laut einer «Bild»-Grafik etwa acht Meter hoch und drei Meter breit. Dahinter geht es etwa zehn Kilometer weiter in die Tiefe.

Heikler Engpass: An einigen Stellen ist die Höhle so eng, dass die Taucher laut «Bild» ihre Sauerstoffflaschen vorschieben sich her müssen. Die heikelste Stelle ist demnach lediglich 72 Zentimeter breit und 38 Zentimeter hoch.

Die Operationsbasis: Der Grafik ist des Weiteren zu entnehmen, dass die Höhle an einer Stelle verzweigt ist. Danach führt sie zur Operationsbasis, wo die Retter ihre Tauchausrüstung deponiert haben.

Der Eingang: Der Ein- beziehungsweise Ausgang der Höhle liegt rund vier Kilometer von der Kammer entfernt, in der die restlichen Jungen festsitzen.

Der größte Feind der Rettungsmission ist der Regen. In der aktuellen Monsunzeit kann das Wetter heftig und plötzlich umschlagen. Und selbst Höhlen-Experten können die Zeit, die den Jungen bei einem Wetterumschwung noch bleibt, nicht eindeutig berechnen.

«Die Höhle ist kein in sich geschlossenes System, sondern liegt in einem Berg, ist kleinteilig vernetzt und besitzt Zuflüsse, die oftmals nicht vorherzusehen sind», sagt Bärbel Vogel, Vorsitzende des Verbands der deutschen Höhlen zur «Zeit». «Wenn sich das Wetter – das selbst unberechenbar ist – ändert und neuer Regen fällt, kann es sein, dass plötzlich Wasser auf Wegen einfließt, die vorher unbekannt waren.»

Das Drama um die jungen Fußballer im Alter von 11 bis 16 Jahren und ihren Betreuer begann am 23. Juni, als Wassermassen die Gruppe mehrere Kilometer tief in die Höhle trieb und dort einschloss.

Bildstrecke: Fußballmanschaft in Höhle eingesperrt

(L'essentiel/kaf)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • McJemp am 08.07.2018 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    "Die heikelste Stelle ist demnach lediglich 72 Zentimeter breit, 38 Zentimeter hoch, fünf Meter tief und etwa 15 Meter lang." Seit wann gibt es vierdimensionale Räume?

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  • Menni am 09.07.2018 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Der verloren gegangene Ball wird wohl nicht mehr auftauchen ..., Nein im Ernst ... Bravo was die Retter alles unternehmen um diese Jungs wieder raus zu kriegen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Plötzlich spielt Geld keine Rolle mehr ... super so wünsche ich mir die Zukunft!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Menni am 09.07.2018 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    Der verloren gegangene Ball wird wohl nicht mehr auftauchen ..., Nein im Ernst ... Bravo was die Retter alles unternehmen um diese Jungs wieder raus zu kriegen. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Plötzlich spielt Geld keine Rolle mehr ... super so wünsche ich mir die Zukunft!

  • McJemp am 08.07.2018 20:51 Report Diesen Beitrag melden

    "Die heikelste Stelle ist demnach lediglich 72 Zentimeter breit, 38 Zentimeter hoch, fünf Meter tief und etwa 15 Meter lang." Seit wann gibt es vierdimensionale Räume?

    • Guy michels am 09.07.2018 08:36 Report Diesen Beitrag melden

      ich drück den Jungs alle Daumen !

    • Bobe am 09.07.2018 08:57 Report Diesen Beitrag melden

      der kapitän wurde ja schon als erster gerettet....

    • DIGRELL PETER am 09.07.2018 15:26 Report Diesen Beitrag melden

      RINDVIEH

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