Verschüttetes Hotel in Italien

19. Januar 2017 08:23; Akt: 19.01.2017 16:35 Print

«Es donnerte und der Berg kam auf mich zu»

Eine gewaltige Lawine hat ein Hotel in Farindola unter sich begraben. Drei Leichen wurden bereits geborgen, über zwanzig Personen gelten noch als vermisst.

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Das Hotel Rigopiano in Farindola ist am späten Mittwochnachmittag von einem Erdbeben verschüttet worden. Im Vier-Sterne-Resort befanden sich zu diesem Zeitpunkt 22 Gäste, davon mindestens zwei Kinder, und sieben Hotelangestellte. In einem Wettlauf gegen die Zeit versuchen Rettungskräfte seit vier Uhr morgens sich zu den Vermissten durchzugraben. Ein Überlebender erhebt nun schwere Vorwürfe: Hätte das Unglück vermieden werden können?

Mittlerweile wurden drei Leichen geborgen. Eine erste schon früh am Morgen, zwei weitere kurz nach Mittag. Aus Polizeikreisen heißt es zudem, eine weitere Leiche sei lokalisiert aber noch nicht ausgegraben worden. Die Szenen am Unglücksort werden als apokalyptisch beschrieben. Die tragische Kombination von Erdbeben und Lawine habe unglaubliche Zerstörungen angerichtet. Ein erster Verletzter, ein älterer Mann, konnte schon aus dem Gebäude geborgen werden.

Retter kämpfen sich mit Schaufeln durch Lawinenkegel

Die Retter können nur mit Schaufeln arbeiten und kommen kaum vorwärts. Crocetta: «Es ist extrem schwierig.» Während der Poolbereich zugänglich ist, konnte man immer noch nicht zum Hotel selbst vorstossen. «Uns fehlt noch etwa ein Meter bis zur Gebäudemauer.» Man grabe wie verrückt durch den Lawinenkegel. «Aber alles, was wir sehen, ist Schnee.»

Die Rettungseinheiten arbeiten unter widrigsten Umständen. Sie konnten das Resort wegen des extremen Schneefalls nur mit grösster Mühe erreichen. Auf Ski sollen sie um vier Uhr morgens zum Unglücksort vorgestossen sein. Sie waren am Abend zuvor aufgebrochen und stundenlang unterwegs.

Zahlreiche weitere Lawinen und umgestürzte Bäume haben die Straßen unpassierbar gemacht und das Resort Rigopiano von der Außenwelt abgeschnitten. Als die Rettungskräfte eintrafen hätten sie berichtet, dass ein Teil der Gebäudestruktur eingestürzt sei.

Um 10 Meter verschoben

Das Hotel wurde von der Lawine offenbar richtiggehend mitgerissen. «Das gesamte Gebäude wurde um zehn Meter verschoben», schreibt Ilario Lacchetta, Bürgermeister von Farindola auf Facebook. Eine Lawine riesigen Ausmaßes habe das gesamte Gebäude erfasst.

Der Präsident der Provinz Pescara Antonio die Marco schreibt auf Facebook von einer «schrecklichen Tragödie». «Wie es scheint, gibt es viele Opfer, dies muss aber alles noch bestätigt werden.»

«Meine Frau und meine zwei Kinder sind noch im Hotel»

Einer von zwei Überlebenden, der Koch Giampiero P., war kurz bevor die Lawine niederging hinaus zu seinem Auto gegangen. «Meine Frau hatte Kopfschmerzen und ich holte ihr Medikamente.» Auf dem Weg zurück zum Hotel hörte er ein Donnern. «Dann kam mir der Berg entgegen und begrub das Hotel unter sich.» Auch er sei von der Lawine verschüttet worden, aber nur zu einem Teil. Er habe sich befreien können und versucht, die Rettungskräfte zu alarmieren.

Zum Schutz gegen die Kälte, habe er sich in sein Auto gesetzt. Er sei zwar mehr oder weniger heil, aber völlig verzweifelt. «Meine Frau und meine zwei 6- und 8-jährigen Kinder sind noch im Hotel», erzählte er den Rettungskräften. Mit ihm blieb ein Instandhaltungsmechaniker der sich ebenfalls zum Zeitpunkt des Lawinenniedergangs draussen aufgehalten hatte.

«Hilfe, wir erfrieren»

In den sozialen Medien finden sich bereits die ersten Suchanfragen zu Personen, die unter den Trümmern vermutet werden. So suchen Angehörige verzweifelt nach Alessandro R. Der 33-Jährige hat offenbar im Hotel gearbeitet.

(L'essentiel/rub/sda)

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