NSU-Prozess

12. September 2017 11:17; Akt: 12.09.2017 11:18 Print

Lebenslange Haft für Zschäpe gefordert

Der Prozess läuft bereits seit vier Jahren. Heute hat die Bundesanwaltschaft ihre Forderungen bekannt gegeben.

storybild

Unter anderem wegen zehnfachen Mordes angeklagt: Beate Zschäpe im Gerichtssaal in München. (12. September 2017)

Zum Thema

Im NSU-Prozess gegen mutmaßliche Rechtsterroristen in Deutschland fordern die Kläger für die Hauptangeklagte Beate Zschäpe eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen zehnfachen Mordes. Das sagte Bundesanwalt Herbert Diemer am Dienstag vor dem Oberlandesgericht München.

Für jeden einzelnen Mord sei diese Strafe fällig, sagte Diemer in seinem Plädoyer. Es wurde erwartet, dass er anschließend auf die weiteren Verbrechen und die Frage einer möglichen anschließenden Sicherungsverwahrung zu sprechen kommt.

«Ein Drittel eines verschworenen Triumvirats»

Die Anklage wirft Zschäpe Mittäterschaft an allen Verbrechen des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) vor: den neun Morden an türkisch- und griechischstämmigen Gewerbetreibenden, dem Mord an einer deutschen Polizistin, zwei Bombenschlägen in Köln mit zum Teil Dutzenden Verletzten sowie zahlreichen Raubüberfällen.

Zschäpe habe mit ihren Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die fanatische nationalsozialistische Gesinnung geteilt und daran mitgewirkt, Zuwanderer durch willkürliche Morde in Angst und Schrecken zu versetzen, hatte die Bundesanwaltschaft in ihrem Plädoyer argumentiert. Dabei habe sie Willen zur «Tatherrschaft» gezeigt und habe «ein Drittel eines verschworenen Triumvirats» gebildet.

Urteil in einigen Monaten

Das Plädoyer der Anklage hatte schon vor der Sommerpause begonnen, nach mehr als vier Jahren Prozessdauer. Ebenfalls angeklagt sind vier mutmaßliche Helfer und Unterstützer der Terrorgruppe.

Nach der Bundesanwaltschaft sind in den kommenden Wochen die Nebenkläger mit ihren Plädoyers an der Reihe, anschließend die Verteidigung. Mit einem Urteil in dem Mammutprozess wird in einigen Monaten gerechnet.

(L'essentiel/woz/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jang am 12.09.2017 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich vergeht ihr beim Urteil das schäbige Grinsen.Der Prozess dauert jetzt schon viel länger als der Bommeleerprozess gedauert hat.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jang am 12.09.2017 19:08 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich vergeht ihr beim Urteil das schäbige Grinsen.Der Prozess dauert jetzt schon viel länger als der Bommeleerprozess gedauert hat.