In Österreich

10. November 2017 12:24; Akt: 10.11.2017 12:27 Print

Mann nach 5 Tagen in Spalte dank SMS gerettet

In Österreich ist ein Mann auf über 2000 Meter über Meer in eine 30 Meter tiefe Felsspalte gestürzt. Seine Notrufe waren nur wenige Sekunden lang – trotzdem konnte er gerettet werden.

Es waren auch bange Stunden für die Retter, denn sie konnten erst gegen Mittag aus dem Gefahrenbereich ausgeflogen werden: Ein Video der Rettungsaktion. (9. November 2017) Video: Tamedia/Facebook/Polizei Oberösterreich

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema

Mehr als 100 Stunden Schmerz, Einsamkeit und Verzweiflung: Ein deutscher Bergsteiger ist erst knapp fünf Tage nach einem Sturz in eine Felsspalte am Dachstein in Österreich verletzt geborgen worden.

Die Bergretter entdeckten den 45-Jährigen nach Polizeiangaben am Donnerstagmorgen in der fast 30 Meter tiefen Kluft. Zuvor war es dem von seinem Vater als vermisst gemeldeten Mann gelungen, einen Notruf aus seinem bitterkalten Gefängnis in 2050 Metern Höhe abzusetzen.

«Ein erster Notruf mit nur null Sekunden ging um 21 Uhr ein»

Die Umstände der Rettung waren dramatisch. Es ist anzunehmen, dass der 45-Jährige vier Tage lang vergeblich versuchte, einen Kontakt per Notruf herzustellen. Am Mittwochabend war es ihm dann gelungen. «Ein erster Notruf mit nur null Sekunden ging um 21 Uhr ein», schilderte Alpinpolizist Bernhard Magritzer. Um 23 Uhr hätten die Leitstelle weitere Notrufe mit jeweils ein bis zwei Sekunden erreicht. «Der Kollege hat jemanden schwer atmen gehört und richtig reagiert.»

Die Behörden wussten dank der vorangegangenen Ermittlungsarbeit in Deutschland und vor Ort, dass der 45-Jährige im Dachsteingebiet unterwegs sein müsse. Sein tief eingeschneites Auto war dort auf einem Parkplatz von österreichischen Beamten entdeckt worden.

Die Behörden bereiteten sofort eine Rettungsaktion vor, konnten jedoch wegen Dunkelheit und immenser Lawinengefahr zunächst nicht starten. Dann erreichten plötzlich die Notrufe die Polizei. Der Beamte setzte den Kontakt per SMS fort. Dem Verunglückten gelang es, seine GPS-Daten zu übermitteln. «Wir hätten ihn sonst nicht gefunden», meinte Magritzer.

Überlebenschancen sehr gering

25 Retter waren unter Lebensgefahr in der Nacht im Einsatz. Als die Helfer nach stundenlangem Aufstieg in der Nähe des Unglücksorts angekommen waren, riefen sie nach dem Vermissten, der nach einiger Zeit auch antwortete und in 30 Metern Tiefe gefunden wurde. Einer der Helfer seilte sich zu dem Mann ab.

«Es war für ihn und auch für uns eine sehr emotionale Situation. Denn allen war klar, dass die Chancen, aus dieser Lage lebend herauszukommen, sehr gering sind», sagte Einsatzleiter Christian Egger. «Er hat schon nicht mehr an seine Rettung geglaubt.»

Offensichtlich führten glückliche Umstände dazu, dass am Mittwochabend plötzlich ein Handyempfang möglich war, so der Beamte weiter. Da der 45-Jährige auch Fotograf sei, habe er möglicherweise dank Ersatzakkus sein Mobiltelefon noch betreiben können.

«Das Trauma ist ob der großen Höhe überschaubar»

Der Mann aus Duisburg hatte für den 4. November eine Tour angekündigt und sich seitdem nicht mehr zu Hause gemeldet. Er war bei noch schönen Wetter aufgebrochen und dann kurz vor Erreichen der Adamek-Hütte am Samstag durch die Schneedecke in die Spalte gestürzt.

Der Verunglückte habe sich eine Schulter ausgerenkt und einen Fuß gebrochen. «Das Trauma ist ob der großen Höhe überschaubar», sagte der Chefarzt des behandelnden Krankenhaus. Der 45-Jährige, der generell in exzellenter körperlicher Verfassung sei, könne die Intensivstation bald wieder verlassen.

(L'essentiel/mch/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.