Prozess in München

26. Oktober 2017 07:00; Akt: 25.10.2017 22:15 Print

Mann vergewaltigt Couch-​​Surferin und heiratet sie

Ein Anwalt soll Touristinnen in München betäubt und dann missbraucht haben. Später heiratete er eines seiner Opfer. Jetzt steht der 40-Jährige vor Gericht.

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Vorwurf der sechsfachen Vergewaltigung: Der Angeklagte versteckt sein Gesicht hinter einem Aktenordner. (Bild: Daniel von Loeper/zvg)

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Tagsüber spielte er den charmanten Gastgeber, nachts verging er sich an Touristinnen: Daniel K. soll zwischen dem 26. Juli 2015 und dem 10. Mai 2016 zwei junge Frauen im Münchner Stadtteil Neuhausen vergewaltigt haben. Seit Dienstag steht er deshalb vor dem Landgericht München.

Seine Opfer fand der Anwalt einer renommierten Münchner Kanzlei über Couchsurfing, eine Plattform, auf der Einheimische Touristen gratis einen Schlafplatz anbieten. Bevorzugt beherbergte der 40-Jährige junge Frauen. «Ich war einsam, es wurde eine Art der Partnersuche», so der Angeklagte.

Den ahnungslosen Touristinnen soll er betäubende Mittel ins Getränk gemischt und sie dann vergewaltigt haben, berichtet die «Abendzeitung München». Seine Taten hielt der Jurist per Babyphone-Kamera fest.

Heirat mit einem der Opfer

Besonders irritierend: Eines seiner Opfer, die 26-jährige Galina F. aus Polen, führte Daniel K. im Juni 2016 vor den Traualtar. Zwei Tage später wurde er verhaftet. Aufgeflogen war er, weil eine dritte Couch-Surferin die Kamera im Gästezimmer entdeckte.

Bei der Durchsuchung der Wohnung fanden die Ermittler neben 32.000 kinderpornografischen Video- und Bilddateien auch Videos von den Vergewaltigungen. «Die Aufnahmen erregten ihn, es ging um Macht», sagte Gerichtspsychiater Norbert Nedopil.

F. erfuhr erst nach der Festnahme, dass ihr Ehemann K. auch ihr Vergewaltiger war. Er sitzt seit 16 Monaten in Untersuchungshaft.

Beweißtück Nummer 23.453

Die Anklage lautet auf sechsfache schwere Vergewaltigung, Körperverletzung und den Besitz von Kinderpornografie. Der Jurist ist geständig und schilderte vor Gericht detailliert seine Lebensgeschichte. Nach einer gescheiterten Liebesbeziehung im Alter von 19 Jahren habe er begonnen, sich Pornos aus dem Internet zu beschaffen.

Vorgeführt wurde außerdem Beweißtück Nummer 23.453, ein großer grüner Koffer. Der Inhalt: Dildos mit Straß, Kondome, Rezepte für K.-o.-Tropfen – Utensilien, die K. bei seinen Taten anwendete. Diese bereut Daniel K. laut seinem Anwalt zutiefst.

Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. Dann sollen die Opfer zu Wort kommen.

(L'essentiel)

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