Stärke 8,2

08. September 2017 07:13; Akt: 08.09.2017 13:46 Print

Mindestens 15 Tote nach Erdbeben vor Mexiko

Vor der Südküste Mexikos ist eine Erderschütterung der Stärke 8,2 gemessen worden. Es könnte zu einem Tsunami kommen. Mindestens 15 Menschen starben.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema

Eines der bisher schwersten Erdbeben hat Mexiko erschüttert und mindestens 15 Menschen getötet. Mexikos Staatspräsident Enrique Peña Nieto gab die Stärke des Bebens vor der Pazifikküste mit 8,2 an. «Es handelt sich um ein Beben großen Ausmaßes», sagte Peña Nieto im Fernsehen. Für die gesamte Region wurde eine Tsunamiwarnung ausgegeben.

Das Seismologische Institut hatte zunächst eine Stärke von 8,4 ermittelt. Beide Werte wären die bisher stärksten gemessenen Werte in Mexiko. Das Beben ereignete sich 137 Kilometer südwestlich von Tonalá im Bundesstaat Chiapas in 19 Kilometern Meerestiefe.

Die Bewohner von Puerto Madero, einem Hafenort in der Nähe der Grenze zu Guatemala, wurden wegen der Tsunami-Gefahr vorsichtshalber in Sicherheit gebracht. Die Behörde veröffentlichte Bilder von der Evakuierung. Darauf war zu sehen, dass Bewohner in Lastwägen in Sicherheit gebracht wurden.

Millionen ohne Strom

Im Bundesstaat Tabasco starb ein Baby, weil ein Beatmungsgerät im Krankenhaus wegen eines Stromausfalls nicht mehr funktionierte, ein weiteres Kind wurde beim Einsturz einer Mauer getötet, wie Gouverneur Arturo Núñez mitteilte. In der Stadt San Cristóbal in Chiapas wurden zwei Frauen von Trümmern erschlagen. Häuser stürzten ein, rund 1,5 Millionen Menschen waren zeitweise ohne Strom.

Es kam zu mindestens 42 Nachbeben. «Gott, unser Herr hat uns das Überleben geschenkt, das Beben war sehr, sehr stark», sagte die 70 Jahre alte Ricarda Jiménez Cordero der Deutschen Presse-Agentur. Sie wohnt in der besonders betroffenen Stadt San Cristóbal de las Casas im Bundesstaat Chiapas und erlitt einen Schock. Chiapas liegt an der Grenze zu Guatemala im Südosten Mexikos.

Tsunami-Warnung

Nach Angaben der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe ereigneten sich die zuvor stärksten Erdbeben in Mexiko am 3. Juni 1932 (Stärke 8,1) und am 19. September 1985 (Stärke 8,0), das mehr als 9000 Todesopfer forderte. Mexikos Staatspräsident Enrique Peña Nieto sagte, dass rund 50 Millionen Menschen in Mexiko die schweren Erschütterungen gespürt hätten. In Chiapas gebe es mindestens drei Tote, zwei weitere Tote wurden aus dem Bundesstaat Tabasco gemeldet. Peña Nieto sagte, dass von den 42 Nachbeben das stärkste mit einer Magnitude von 6,1 angegeben worden sei. Er war umgehend zum Nationalen Katastrophenzentrum gefahren.

In Chiapas und im Bundesstaat Oaxaca riefen die Behörden die Bewohner in Küstennähe dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen, da mit einem Tsunami gerechnet werden musste. Die Tsunamiwarnung umfasste auch mehrere Staaten in Mittelamerika und Ecuador in Südamerika. Nach Angaben lokaler Medien stürzte in der Stadt Matías Romero im Bundesstaat Oaxaca ein Hotel ein, über mögliche Opfer wurde aber zunächst nichts bekannt. Auch aus anderen Städten wurden Bilder eingestürzter Gebäude und von Autos verbreitet, die von Steinbergen begraben wurden. Die Erdstöße waren auch im etwa 700 Kilometer entfernten Mexiko-Stadt sowie in andern Bundesstaaten zu spüren. Auch in Mexiko-Stadt kam es zu zahlreichen Stromausfällen.

Immer wieder Erdbeben

Präsident Peña Nieto berief Krisensitzungen ein, «um die Lage zu überwachen, zu bewerten und um Maßnahmen zu ergreifen». Der Leiter des Zivilschutzes, Luis Felipe Puente, warnte die Menschen an der Küste der Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas vor Wellen von bis zu 4,20 Meter Höhe. Vielerorts rannten verängstigte Menschen auf die Straßen. In mehreren Bundesstaaten fällt am Freitag der Unterricht in allen Schulen aus, um die Gebäude auf Schäden zu überprüfen.

Die betroffene Region liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der immer wieder von heftigen Erdbeben erschüttert wird. Im Golf von Mexiko ist derzeit außerdem der Hurrikan «Katia» unterwegs. Eine Hurrikan-Warnung sei für Teile des Staats Veracruz ausgegeben worden, berichtete der Wettersender Hurricane News. Im Osten Mexikos könnte es am Freitag und am Wochenende zu heftigem Regen und Sturmböen kommen. Das Beben war auch in Mexikos Nachbarland Guatemala stark zu spüren und hatte dort eine Stärke von 7,7.

(L'essentiel/chi/dpa)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kimmi Kaz am 08.09.2017 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ob das Beben wohl im Zusammenhang steht mit dem von Nordkorea ausgelösten starken Beben beim Test seiner Wasserstoffbombe ?

  • boien am 08.09.2017 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    d'natur ass amgang sech ze räschen

Die neusten Leser-Kommentare

  • boien am 08.09.2017 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    d'natur ass amgang sech ze räschen

  • Kimmi Kaz am 08.09.2017 11:23 Report Diesen Beitrag melden

    Ob das Beben wohl im Zusammenhang steht mit dem von Nordkorea ausgelösten starken Beben beim Test seiner Wasserstoffbombe ?