Ferien auf Mallorca

25. April 2018 19:00; Akt: 25.04.2018 19:04 Print

Palma soll wieder den Einheimischen gehören

Palma de Mallorca will den Massentourismus unter Kontrolle kriegen: Als erste Maßnahme verbietet der Stadtrat, Zimmer und Wohnungen an Touristen zu vermieten.

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Der Bürgermeister von Palma de Mallorca sagt dem Massentourismus den Kampf an: Ab Juli dürfen Wohnungseigentümer ihre Zimmer im Zentrum der Stadt nicht mehr an Touristen vermieten. Wer in Palma Ferien machen will, kann ein Einfamilienhaus mieten — allerdings nur eines, das sich weder auf geschütztem ländlichem Boden befindet noch in Gewerbegebieten oder nahe des Flughafens steht.

Mit diesem Vorhaben folgt Bürgermeister Antoni Noguera der Forderung von Bürgerinitiativen. Lange hatten sich die Einheimischen über steigende Mietpreise beschwert, weil die Wohnungen – meistens ohne nötige Zulassung – über Online-Portale wie Airbnb oder Wimdu an Touristen vermietet wurden. Laut offiziellen Zahlen stieg das Angebot auf Vermittlungsplattformen zwischen 2015 und 2017 um 50 Prozent an. Fast 20.000 Wohnungen und Zimmer wurden zuletzt auf Mallorca illegal an Touristen vermietet, berichtet die Zeitung «El Pais».

Richtige Prioritäten setzen

Die Vermietung von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern an Urlauber war in Palma zwar schon immer untersagt – das Verbot wurde in der Praxis bisher aber kaum beachtet. Jetzt habe man «die Möglichkeiten der Sanktionen und der Kontrollen deutlich verstärkt», sagte Baudezernent José Hila zu El Mundo.

«Palma muss für die Einheimischen bewohnbar sein. Das Schlimmste, das passieren kann, ist, dass Anwohner ihre eigene Stadt verlassen müssen», sagte Bürgermeister Noguera an einer Pressekonferenz am Montag. Mit der neuen Verordnung zeige die Stadtverwaltung «Mut, die richtigen Prioritäten zu setzen», meinte der Politiker.

Dass er mit dieser Regelung vielen Bürgern eine wichtige Einnahmequelle wegnimmt, verneinte Noguera im Interview mit der Mallorca Zeitung. Natürlich treffe die Maßnahme auch Leute, die die Ferienvermietung auf kleinem Niveau betreiben, sagte Noguera, «aber ein großer Teil der Wohnungen befindet sich in den Händen von wenigen Unternehmen, die daran gut verdienen und nebenbei das touristische Modell einer Stadt gravierend verändern. Wir wissen, welche großen Firmen das Geschäft unter sich ausmachen. Es sind Global Player aus Spanien, aber auch aus Deutschland, England, Schweden – eben aus den Herkunftsländern der Urlauber.»

Auch Autos werden verboten

Neben der Wohnungsnot sind auch die Verkehrsbehinderungen durch Mietwagen und die Ausschweifungen der Partyurlauber ein Problem. Um den Massenandrang zu regulieren, haben die Balearen die Touristenabgabe eingeführt, die bereits rund 100 Millionen Euro eingebracht hat und für den Umweltschutz eingesetzt wird, wie die Nachrichtenagentur DPA berichtet.

Weitere Maßnahmen sind für die Hochsaison geplant. So soll etwa die Panoramastraße zum Kap Formentor im Sommer zeitweise für private Autos gesperrt werden, wie die Mallorca Zeitung berichtet. Generell wird der öffentliche Verkehr mit Bussen ausgebaut.

(L'essentiel/kle)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daweb am 26.04.2018 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Get esou luss zäit

  • J. Drews am 25.04.2018 19:20 Report Diesen Beitrag melden

    Schluss mit Malle !!!!

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  • Daweb am 26.04.2018 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Get esou luss zäit

  • J. Drews am 25.04.2018 19:20 Report Diesen Beitrag melden

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