Kirchenskandal in den USA

17. August 2018 09:39; Akt: 17.08.2018 09:42 Print

Vatikan über Kindes-​​Missbrauch «beschämt»

Die Kirche am Pranger: In den USA werden allein im Staat Pennsylvania über 300 Priester des Kindesmissbrauchs bezichtigt. Der Vatikan steht an der Seite der Opfer.

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Die Kirche am Pranger: In den USA werden allein im Staat Pennsylvania über 300 Priester des Kindesmissbrauchs bezichtigt. Der Vatikan hat sich bestürzt über Berichte von Kindesmissbrauch durch Priester in den USA geäußert.

Zum Bericht aus Pennsylvania, nach dem sich über 300 Priester in den vergangenen 70 Jahren an Tausenden Kindern vergangen haben, gebe es lediglich zwei Worte: «Scham und Bedauern», teilte der Vatikan am Donnerstagabend mit.

Die in dem Bericht der Staatsanwaltschaft angeführten Missbrauchsfälle seien «kriminell und moralisch verwerflich», erklärte Vatikan-Sprecher Greg Burke. Den Opfern sei ihr Stolz und ihr Glauben geraubt worden.

Die Kirche müsse «harte Lektionen» aus ihrer Vergangenheit ziehen. Sowohl die Verantwortlichen als auch diejenigen, die diesen Missbrauch ermöglicht hätten, sollten zur Rechenschaft gezogen werden.

Der Papst stehe an der Seite der Opfer, sie seien «seine Priorität». Die Kirche wolle die Opfer anhören, um den «tragischen Horror, der das Leben der Unschuldigen zerstört», auszumerzen.

Bisher etwa 1000 Opfer identifiziert

Nach der Erklärung von Pennsylvanias Generalstaatsanwalt Josh Shapiro geht es um sexuellen Missbrauch bis hin zu Vergewaltigung und gezielte Vertuschung. Die Vorwürfe erstrecken sich auf sechs der acht Diözesen in Pennsylvania. Etwa 1000 Opfer seien bisher identifiziert worden.

Shapiro sprach vom bisher umfassendsten in den USA veröffentlichten Bericht zu Kindesmissbrauch innerhalb der Kirche. Er kommt mehr als 15 Jahre, nachdem in Boston die Geschehnisse um den Priester John Geoghan für einen Skandal gesorgt hatten. Auch hatte die Kirchenführung versucht, unter massiven Vertuschungsaktionen die Geschehnisse weitestgehend unter der Decke zu halten.

Der Bischof von Pittsburgh (Pennsylvania), David Zubik, bestritt am Donnerstag, eine systematische Vertuschung. «Es gab keine Vertuschung», sagte er. Jedoch entschuldigte er sich für die Geschehnisse.

Der Erzbischof von Washington und frühere Bischof von Pittsburgh in Pennsylvania, Donald Wuerl, hatte bereits zu Wochenbeginn in einem Brief an den Klerus davor gewarnt, der Bericht werde «grundlegend erschreckend» sein.

Mehr als 400 Priester unter Verdacht

Zu dem Bericht haben auch eine halbe Million Dokumente beigetragen, die bislang in den Geheimarchiven der Bistümer unter Verschluss gehalten worden waren. Die Ermittler in Pennsylvania hatten sich mit juristischem Druck Zugang verschafft.

Mehrere der identifizierten Geistlichen hatten sich gegen die Veröffentlichung ihres Namens gewehrt, was die Publikation des Berichts verzögert hat. Insgesamt stehen mehr als 400 Priester unter Verdacht. Darunter sind nach Angaben von Shapiro auch hochrangige Kirchenvertreter.

(L'essentiel/bee/chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ALBERTSERGE68 am 17.08.2018 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die gehören alle exkommuniziert.Was für Sauereien kommen noch ans Tageslicht.Gepredigt wird die Liebe Gottes,heraus kommt der Missbrauch der Kirche den Kleinsten und Schutzbefohlenen gegenüber.Einfach nur ekelhaft.

    einklappen einklappen
  • Jimbo am 17.08.2018 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    Dei schummen sech jo just well et erauskomm ass....

  • Suilimac am 17.08.2018 23:24 Report Diesen Beitrag melden

    Wenn jemand mit Gott spricht gilt er als "gläubig", wenn er jedoch behauptet Gott hätte ihm geantwortet dann ist er hochgradig schizophren!!!!!!! Der Papst hat gesagt ohne Religionen gäbe es keinen Frieden. Die Wahrheit ist : Ohne Religionen hätte es nie Kriege gegeben. Das Pack gehört abgeschafft!!!!!!!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • ihr Kinderlein kommet oh kommet doch all am 19.08.2018 08:44 Report Diesen Beitrag melden

    Die Kirche wolle die Opfer anhören, um den tragischen Horror, der das Leben der Unschuldigen zerstört, auszumerzen ... oh du liebe Kotze: die Opfer erzählen den Pädophylen Tätern vom Horror ... warum, damit die sich nochmal daran aufgeilen können?! ... warum kommen die Glockenspielgeschichte im Kirchturm nicht vor ein regelrechtes Gericht ... sind die Richter u Advokaten auch befangen???!!! ... diese Kinderpielchen unter dem Priesterrock scheinen zum Priestertum zu gehören, wie das Amen (so sei es) in ihrem Gebet zu ihrem erfundenen einfältigen patriarchalen Gott ...

  • Saupreis am 18.08.2018 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    und die katholische Kirche hat alles vertuscht. Es ist im Grunde genommen ganz einfach: Jedem Opfer 1 Million Dollar Schadensersatz duch die Kirche in Rom zusprechen

  • Vogelperspektive am 18.08.2018 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    a wéih steht et hei am Ländchen mat verdeckter Pädophylie, well hei jo onschëllëg Pastéier wéinst Pädophylie ugeklot gin, well d'Kanner déih arem Zölibathären sexuell verféieren ...

  • Hirte am 18.08.2018 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    Scham und Bedauern reicht nicht.Der Oberhirte soll mal Ordnung in seinen Laden bringen.Jede Wochen eine neue Meldung.Sie sollen arbeiten gehen wie jeder Bürger und nicht noch durchgefüttert werden.Der Beruf hat ausgedient und daran sind sie selber Schuld.

  • Lux am 18.08.2018 00:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Et gehht elo duer!!!! Firun 50 joer waaren 98% vun de Letzebuerger Chreschten!!! Waat dei do machen huet neicht mam Chreschtentum ze din!!