Frankreich

07. Februar 2018 16:57; Akt: 07.02.2018 17:10 Print

Wer bei Rot am Handy daddelt, macht sich strafbar

Die Wartezeit im Verkehr für einen schnellen Blick aufs Handy nutzen? In Frankreich kann das Spielen am Smartphone selbst bei Stillstand des Autos teuer werden.

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Die Handynutzung während der Fahrt zählt zu den größten Gefahrenquellen im Straßenverkehr. (Bild: DPA/Hauke-Christian Dittrich)

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Wer während der Fahrt mit dem Handy spielt, muss in vielen Ländern Europas mit Strafen rechnen. Doch in Frankreich greift sogar ein noch strengeres Verbot: Autofahrern kann im Nachbarland auch dann ein Bußgeld aufgebrummt werden, wenn sie das Handy bei Stillstand des Autos nutzen, zum Beispiel vor einer roten Ampel. Die Höhe der Strafe kann bis zu 135 Euro betragen, inklusive drei Punkte Abzug auf dem Führerschein, schreibt Le Figaro.

Ausgangspunkt ist ein Urteil des französischen Kassationsgerichts, das sich mit einem spezifischen Fall befasst hatte: Einem Fahrer war ein Bußgeld verrechnet worden, weil dieser für ein Handytelefonat an einem Kreisverkehr gehalten und den Motor ausgeschaltet hatte. Die Richter entschieden, dass die Strafe zurecht verhängt wurde. Dass die Warnblinkanlage des Wagens eingeschaltet war, tat dabei nichts zur Sache.

Und in Luxemburg?

Ein Fahrer, der am Straßenrand oder vor einer Ampel anhält, um danach zum Handy zu greifen, könne durchaus von der Polizei zur Rechenschaft gezogen werden – auch dann, wenn er den Verkehrsfluss nicht direkt behindert. Laut Auffassung des Gerichts nimmt das Fahrzeug nämlich auch im Stehen am öffentlichen Straßenverkehr teil. Nur wer auf einem gekennzeichneten Parkplatz, in einer Hauseinfahrt oder in einem Parkhaus hält, darf am Fahrersitz auf dem Handy tippen. Auch im Falle einer Panne ist die Nutzung gestattet.

Wie ist die Rechtslage in Luxemburg? Die Handynutzung am Steuer kostet hierzulande 145 Euro und zwei Punkte auf dem Führerschein. In der Straßenverkehrsordnung gibt es allerdings keine Bestimmung, die das Daddeln mit dem Smartphone bei stehendem Fahrzeug verbietet. Frei übersetzt heißt es im «Code de la Route»: Ein Fahrer eines sich in Bewegung befindlichen Fahrzeugs macht sich dadurch strafbar, dass er nicht mehr beide Hände am Steuer halten kann, weil er das Handy am Ohr oder in der Hand hält. Gestattet ist laut Gesetz nur ein einziger Handgriff: Der zum Starten oder Ausschalten des Geräts. Die Nutzung von Freisprecheinrichtungen ist freilich erlaubt.

(jt/L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan am 07.02.2018 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ok, aber dann muss das auch für die Fussgänger gelten, denn die sollen ja auch auf den Verkehr achten.

  • e viva la revolucion am 26.02.2018 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Auto ist ein Tesla Model S mit autopilot also selbstfahrend da muss ich nicht unbedingt beide Hände am Steuer haben da genügt eine für den Fall daß der Autopilot schlapp macht, bekomme ich jetzt ein Knöllchen weil ich nicht beidhändig fahre?

  • Ala Baster am 08.02.2018 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Stefan: der Fussgänger befindet sich NICHT in einem Fahrzeug.

Die neusten Leser-Kommentare

  • e viva la revolucion am 26.02.2018 16:59 Report Diesen Beitrag melden

    Mein Auto ist ein Tesla Model S mit autopilot also selbstfahrend da muss ich nicht unbedingt beide Hände am Steuer haben da genügt eine für den Fall daß der Autopilot schlapp macht, bekomme ich jetzt ein Knöllchen weil ich nicht beidhändig fahre?

  • Ala Baster am 08.02.2018 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Stefan: der Fussgänger befindet sich NICHT in einem Fahrzeug.

  • RenéT am 08.02.2018 05:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    mehr als jeder zweite fummelt am Handy herum und das nicht nur im Stau.Ich sehe das jeden Tag

  • Stefan am 07.02.2018 20:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ok, aber dann muss das auch für die Fussgänger gelten, denn die sollen ja auch auf den Verkehr achten.