Test-Gewächshaus fürs All

05. April 2018 12:46; Akt: 05.04.2018 12:50 Print

Wer dieses Gemüse isst, kann schweben

Salat, Radieschen und Gurken: In der Testanlage Eden-ISS konnte erstmals geerntet werden. Das Gemüse ist für Astronauten gedacht.

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Erste Ernte im Antarktisgewächshaus Eden-ISS: In der von deutschen Forschern entwickelten Testanlage für den Lebensmittelanbau im Weltall wächst und gedeiht nach drei Wochen die Pflanzenzucht, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Donnerstag in Köln mitteilte. Die erste Ernte durch den DLR-Experten Paul Zabel bestand demnach aus 3,6 Kilogramm Salat, 70 Radieschen und 18 Gurken.

Das Eden-ISS-Gewächshaus ist eine von der Außenwelt unabhängige Anlage, in der Obst und Gemüse bei künstlichem Speziallicht ohne Erde steril angebaut werden. Das vom DLR gebaute Hightechmodul dient als Pilotprojekt zur Erforschung des Nutzpflanzenanbaus unter extremen Bedingungen wie in Wüsten oder Polargebieten sowie perspektivisch auch für einen Einsatz bei längeren Weltraummissionen – etwa bei bemannten Mond- oder Marsflügen.

Crew darf das Gemüse essen

Das Gewächshaus wurde in der Antarktis neben der deutschen Forschungsstation Neumayer III errichtet, die vom Alfred-Wegener-Institut betrieben wird. Die Ernte aus dem Spezialgewächshaus bereichert nun den Speiseplan der Überwinterungscrew der Station.

«Nachdem die Saat Mitte Februar ausgebracht war, hatte ich mit einigen unerwarteten Problemen zu kämpfen, wie kleineren Systemausfällen und dem stärksten Sturm seit mehr als einem Jahr», erklärte der Ingenieur und Antarktisgärtner Zabel. «Glücklicherweise ließen sich all diese Dinge beheben und überstehen.»

Nur Erdbeeren wachsen noch nicht

Projektleiter Daniel Schubert betonte, die Wissenschaftler hätten in den vergangenen Wochen «vieles über die autarke Pflanzenzucht gelernt – es zeigt sich, dass die Antarktis ein ideales Testfeld für unsere Forschung ist». Laut DLR wachsen mittlerweile alle geplanten Pflanzen im Gewächshaus, darunter Radieschen, verschiedene Salate, Tomaten, Gurken, Paprika sowie Gewürze wie Basilikum, Petersilie, Schnittlauch und Koriander.

«Nur bei der Erdbeerzucht muss man sich noch etwas gedulden», erläutere Schubert. «Hier warten wir noch auf die erfolgreiche Aussaat.» Im Mai soll das Containergewächshaus komplett in Betrieb sein - dann sollen pro Woche rund vier bis fünf Kilogramm Frischgemüse geerntet werden.

(L'essentiel/AFP)

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