«Unstatistik des Monats»

09. September 2018 13:59; Akt: 09.09.2018 14:35 Print

Alkoholrisiko ist geringer, als Studie behauptete

Statistiker bezeichnen eine im Fachjournal «The Lancet» publizierte Studie als «Unstatistik des Monats» – wegen falsch ausgewiesener Zahlen.

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Zu viel Alkohol kann der Gesundheit schwer schaden. Das steht außer Zweifel. Doch dass bereits geringe Mengen das Risiko für eine alkoholbedingte Krankheit um 0,5 Prozent steigen lassen, wie Forscher unlängst im Fachjournal «The Lancet» berichteten, stimmt nicht.

Das vermelden nun deutsche Wissenschaftler. Das Gespann um den Statistiker Walter Krämer von der Technischen Universität Dortmund hinterfragt mit der «Unstatistik des Monats» jüngst publizierte Zahlen wie auch deren Interpretationen.

Relativer Risikoanstieg wird leicht missverstanden

Krämer und seine Kollegen monieren eines der zentralen Ergebnisse der Studie, über die auch L'essentiel berichtete. Demnach erhöht bereits ein einziges alkoholisches Standardgetränk (10 Gramm reiner Alkohol, etwa 2,5 Dezi Bier) pro Tag das Risiko, eines von 23 mit Alkohol assozierten Gesundheitsproblemen zu bekommen, um 0,5 Prozent.

Das ist laut den Unstatistik-Autoren jedoch ein Irrtum, denn die Prozentzahl ist ein relativer Risikoanstieg. «Wir haben in mehreren Unstatistiken gezeigt, dass relative Risiken leicht missverstanden werden und Studien daher immer die absoluten Risiken ausweisen sollten», heißt es in einer Mitteilung. Auch die Richtlinien des «Lancet» schrieben genau dies vor.

Ein Drink pro Tag liegt drin

Doch offenkundig haben sich die Autoren der nun beanstandeten «Lancet»-Studie nicht daran gehalten, denn die absoluten Zahlen zeigen etwas anderes: Von je 100.000 Personen, die keinerlei Drinks konsumierten, hatten 914 im folgenden Jahr ein Gesundheitsproblem. Bei Personen mit einem Drink pro Tag stieg diese Zahl auf 918. Das heißt, der absolute Risikoanstieg war 4 Personen von 100.000, also 0,004 Prozent. Bei zwei Drinks pro Tag erkrankten etwas mehr, 63 von 100.000 respektive 0,063 Prozent. Demnach sei ein Drink pro Tag ein eher kleines Gesundheitsrisiko, wie das Team um Krämer folgert.

(L'essentiel/fee)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • St. Flatschert am 09.09.2018 22:39 Report Diesen Beitrag melden

    Sogar der Pfaffe in der Kirche ist süchtig. Jeden Sonntag braucht der alte Säufer seinen Messwein.

  • Fonsi am 09.09.2018 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Ich habe noch nie jemand gekannt der Alkohol trank und sich systematisch mit 1 Drink pro Tag begnügte. Auf einem Bein kann man nicht stehen, einer ist keiner, last one for the road usw, wer kennt die Sprüche nicht ?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • St. Flatschert am 09.09.2018 22:39 Report Diesen Beitrag melden

    Sogar der Pfaffe in der Kirche ist süchtig. Jeden Sonntag braucht der alte Säufer seinen Messwein.

  • Fonsi am 09.09.2018 16:57 Report Diesen Beitrag melden

    Ich habe noch nie jemand gekannt der Alkohol trank und sich systematisch mit 1 Drink pro Tag begnügte. Auf einem Bein kann man nicht stehen, einer ist keiner, last one for the road usw, wer kennt die Sprüche nicht ?

    • Pantau am 14.09.2018 06:50 Report Diesen Beitrag melden

      Mache ich seit Jahren so. Täglich genau ein Bier am Abend, - nicht mehr.

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