Geld und Leichen

02. Juni 2019 16:27; Akt: 02.06.2019 16:34 Print

Als die Niagarafälle trockengelegt wurden

Donnerndes Wasser – die Niagarafälle machen ihrem indianischen Namen eigentlich alle Ehre. Außer im Jahr 1969.

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Sie sind die wohl bekanntesten Wasserfälle der Welt: Die Niagarafälle an der Grenze zwischen den USA und Kanada. Doch so natürlich wie sie auf den ersten Blick wirken, sind sie nicht. Denn die Menge der herabstürzenden Wassermassen bestimmt der Mensch. Ohne sein Zutun wäre diese etwa doppelt so groß. So sind es – je nach Jahreszeit – «nur» 2,8 bis 5,7 Millionen Liter pro Sekunde.

Die Drosselung dient vor allem der Energiegewinnung. Die zurückgehaltenen Wassermassen werden an den Klippen vorbei und in ein Stauwehr geleitet, wo sie mithilfe von Turbinen Strom erzeugen. Außerhalb der Saison und nachts nehmen gar 90 Prozent des vorhandenen Wassers diesen Weg.

Genau hingeschaut

Ein massiver Eingriff durch den Menschen, der erst einmal – im Jahr 1969 – übertroffen wurde. Damals wurden ein großer Teil der Fälle für fünf Monate stillgelegt. Eine bislang einmalige Sache, die sich auf amerikanischer Seite (siehe Box 1) jedoch bald wiederholen könnte (siehe Bildstrecke).

Grund für den damaligen Wasserstopp an den American Falls waren wissenschaftliche Untersuchungen. Forscher untersuchten das Gelände geologisch und prüften, welche Spuren das sonst kontinuierlich fließende Wasser im Stein hinterlässt.

Neue Erkenntnisse – und Überraschungen

Unter anderem wurde Beton in den Fels gedrückt, um die Erosion zu stoppen. Diese hatte 1954 einen Felssturz ausgelöst, der eine riesige Geröllhalde unterhalb der American Falls hinterließ. Entgegen den ursprünglichen Plänen räumte man diese 1969 aber nicht weg. Man hatte erkannt, dass sie eine wichtige Stützfunktion übernimmt.

Bei den Arbeiten entdeckten die Wissenschaftler außerdem zwei Leichen, die vermutlich von Personen stammten, die sich freiwillig das Leben genommen haben. Weiter fanden die Forscher jede Menge Münzen im Geröll. Offenbar waren diese von abergläubischen Menschen in die Strömung geworfen worden.

Dort, wo sonst Wasser steht, standen damals Bagger. (Video: Youtube/CBC News)

(L'essentiel)

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