Termin nach 27 Jahren

15. Juli 2020 09:57; Akt: 15.07.2020 10:00 Print

Angstpatient erhält Schock-​​Diagnose beim Zahnarzt

Darren Wilkinson hatte sich so sehr vor einem Zahnarztbesuch gefürchtet, dass er diesen 27 Jahre lang hinauszögerte. Das hatte fatale Folgen.

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Darren Wilkinsons Unterkiefer war von dem Tumor regelrecht zersetzt worden (Bild: Darren Wilkinson via Change.org)

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Vor elf Wochen musste sich der 51-Jährige aus dem englischen Sheffield einer Operation unterziehen, die sein Leben für immer veränderte. Fast drei Jahrzehnte hatte Darren Wilkinson den Gang zum Zahnarzt um jeden Preis vermieden. «Ich habe jahrelang versucht, ihn beim Zahnarzt anzumelden», erinnert sich seine zwei Jahre ältere Frau Mel im Gespräch mit dem Mirror.

Schließlich gelang das scheinbar Unmögliche, doch keiner der beiden konnte ahnen, was dann passieren würde. Der Zahnarzt entdeckte auf dem angefertigten Röntgenbild einen «massiven Schatten» von der Größe einer geballten Faust. So etwas hatte selbst der Mediziner noch nie gesehen. Nach mehreren Tests folgte die Schockdiagnose: das Unterkiefer des 51-Jährigen war von einem Ameloblastom, einem invasiven Tumor, völlig zerfressen worden.

«Jeden Morgen war ein bisschen Blut auf seinem Polster und manchmal hatte er auch richtig starken Mundgeruch», schildert Mel weiter. «Ich dachte, dass er sich einfach nicht ordentlich die Zähne putzt.» 

«Die Diagnose zu bekommen war absolut schrecklich. Er durfte nichts Festes essen, weil sein Kiefer an einigen Stellen so dünn war, dass er sofort brechen könnte», erzählt Ehefrau Mel weiter und fügt hinzu: «Ich habe ihn ins Krankenhaus gebracht und bin weggefahren – es war der längste und trostloseste Tag meines Lebens.»

Im Charles Clifford Dental Hospital in Sheffield sollte der Tumor dann so schnell wie möglich entfernt werden. Nach einer Verspätung wegen des Corona-Ausbruchs konnten der Brite im April diesen Jahres endlich in den OP. Bei dem komplizierten Eingriff mussten die Mediziner 90 Prozent seines Unterkiefers und auch alle Zähne entfernen, um auch den letzten Rest des Tumors zu erwischen. Als Ersatz wurden dem 51-Jährigen dafür Titanplatten eingesetzt.

Nur eine Woche nach der Operation musste Darren erneut in die Notaufnahme gebracht werden. Er hatte eine lebensbedrohliche Sepsis (Blutvergiftung) entwickelt. Insgesamt sechs Not-Ops wegen Komplikationen und weiteren Infektionen waren in Folge nötig, um seinen Zustand zu stabilisieren.

Mittlerweile ist Darren Wilkinson wieder daheim bei seiner Familie. Doch für ihn und Mel ist der Alltag ein Horror: «Wenn ich jetzt in seinen Mund schaue, kann ich deutlich die freiliegenden Metallplatten, Drähte und den toten Knochen sehen.» Darren könne weder essen, noch trinken oder gar reden. Zudem sei seine Zunge so stark angeschwollen, dass er kaum atmen könne.

Trotzdem hat der 51-Jährige die Hoffnung nicht aufgegeben. In Social-Media-Netzwerken kämpft er jetzt für eine bessere Früherkennung solcher Tumore und warnt andere Menschen davor, Arztbesuche schleifen zu lassen. «Macht nicht dasselbe durch wie ich», schreibt er etwa auf der Plattform Change.org. «Ich muss noch weiter in Behandlung, um meinen Kiefer rekonstruieren zu lassen. Das hat mein Leben verändert.»

(L'essentiel/rcp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pia am 15.07.2020 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wënschen dem Här alles Guddes!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Pia am 15.07.2020 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wënschen dem Här alles Guddes!