Klimawandel

05. April 2020 09:55; Akt: 05.04.2020 10:04 Print

Antarktis war einst warm genug für einen Regenwald

Dass es in der Antarktis keine Eisgletscher, sondern Regenwälder gab, ist nur schwer vorstellbar. Doch genau das soll nun bewiesen worden sein.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Während der Kreidezeit, die vor rund 145 Millionen Jahren begann und vor etwa 66 Millionen Jahren endete, war die Antarktis viel wärmer als heute – und zum Teil von Regenwald bedeckt. Das ist das Ergebnis einer Studie, die am Mittwoch in der Fachzeitschrift Nature publiziert wurde.

Die Forscher der Universitäten Göteborg, Leicester und Dublin entnahmen im Februar und März 2017 für ihre Studie Bohrproben aus dem Schelf des westlichen Teils der Antarktis. Ihr Fazit: Das Pflanzenmaterial, das in den Proben enthalten war, deute darauf hin, dass die Temperaturen zur Kreidezeit höher gewesen sein könnten, als man bisher angenommen hatte.

Forscher sind von These überrascht

CT-Scans des rund 90 Millionen Jahre alten Sedimentkerns zeigten unberührte Proben von Waldboden, Pollen, Sporen und sogar Wurzelsystemen, die so gut erhalten waren, dass die Forscher Zellstrukturen identifizieren konnten. Insgesamt fand das Team Hinweise auf mehr als 65 verschiedene Pflanzenarten.

Sogar die Forscher selbst zeigten sich von ihrer neuen These überrascht. «Wir wussten nicht, dass das Klima während der Kreide so extrem war», sagte Dr. Johann Klages vom Alfred-Wegener-Institut in Deutschland und Mitautor der Studie gegenüber dem Guardian. «Es zeigt uns, was Kohlendioxid alles kann.»

Untersuchungen für zukünftigen Klimawandel wichtig

Wenn die These der Forscher stimmt, dann betrug die Durchschnittstemperatur in der Kreide etwa 12 bis 13 Grad Celsius. Selbst das Wasser habe die angenehme Temperatur von etwa 20 Grad gehabt. Dass es ein solches Gebiet in unmittelbarer Nähe des Südpols gegeben haben sollte, sei nur unter Gewissen Umständen möglich, sagt ein Forscher. «Die Treibhausgaskonzentration müsste höher gewesen sein als bisher angenommen, und die Landoberfläche hätte mit Vegetation bedeckt sein müssen.»

Dr. James Bendle, ein Experte für organische Geochemie an der Universität von Birmingham, sagte gegenüber dem «Guardian», dass die Untersuchung des antarktischen Ökosystems für das Verständnis des vergangenen und zukünftigen Klimawandels von enormer Bedeutung sei. «Die unverminderte Nutzung fossiler Brennstoffe könnte die Kohlendioxidkonzentration zu Beginn des nächsten Jahrhunderts auf ein Niveau bringen, das dem vor 90 Millionen Jahren ähnelt.»

(L'essentiel/jil)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • jimbo am 05.04.2020 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wou ass de Problem? CO2 ass net schlëmm!!! Pflanzen brauchen CO2 vir ze wuessen!

    einklappen einklappen
  • an der gudder aaler Zeit am 06.04.2020 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ouni Klimawandel wier nach eng 3km déck Eisschicht iwwert Lëtzebuerg. Also jo, Klimawandel ass vun viran schlecht.

  • NOGREEN am 05.04.2020 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    "deute darauf hin" ......"höher gewesen sein könnten" ......"Wenn die These der Forscher stimmt" ...... Also wieder genauso wie zu Zeiten von Ozon-Loch, Waldsterben e.t.c. NICHTS GENAUES WEISS MAN NICHT !!!!!!! Aber toll drauf los prophezeien !!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • an der gudder aaler Zeit am 06.04.2020 09:43 Report Diesen Beitrag melden

    Ouni Klimawandel wier nach eng 3km déck Eisschicht iwwert Lëtzebuerg. Also jo, Klimawandel ass vun viran schlecht.

  • NOGREEN am 05.04.2020 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    "deute darauf hin" ......"höher gewesen sein könnten" ......"Wenn die These der Forscher stimmt" ...... Also wieder genauso wie zu Zeiten von Ozon-Loch, Waldsterben e.t.c. NICHTS GENAUES WEISS MAN NICHT !!!!!!! Aber toll drauf los prophezeien !!!!

  • jimbo am 05.04.2020 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wou ass de Problem? CO2 ass net schlëmm!!! Pflanzen brauchen CO2 vir ze wuessen!

    • Dorade am 06.04.2020 08:11 Report Diesen Beitrag melden

      ...erklärt daat dem Greta... Ass fir ze verzweiwelen...

    einklappen einklappen