Geniale Methode

11. Januar 2019 18:08; Akt: 11.01.2019 18:09 Print

Ärzte heilten schwere Alkoholvergiftung mit Bier

Vietnamesische Ärzte haben einen mit Methanol vergifteten Mann durch das Einflößen von insgesamt 15 Dosen Bier gerettet.

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Wir wussten es schon immer: Bier kann Leben retten! (Bild: Pixabay)

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Ein 48-jähriger Vietnamese wurde mit einer lebensgefährlichen Alkoholvergiftung ins Krankenhaus von Quang Tri eingeliefert. Er hatte sich vermutlich an gepanschtem Schnaps mit Methanol vergiftet. Die Ärzte in Quang Tri retteten den Mann mit einer genialen Therapie: Sie verabreichten ihm 15 Dosen Bier.

Laut einem Bericht der Tageszeitung Tuoi Tre konnte der 48-Jährige das Krankenhaus nach dem 15. Bier wieder verlassen. Wenn Methanol, das beim Destillieren von Alkohol entsteht, in die Leber gelangt, wird es dort zu Formaldehyd und Ameisensäure umgewandelt. Dies kann die Nervenzellen schädigen, zur Erblindung und sogar zum Tod führen.

Genial improvisierte Therapie

Die vietnamesischen Ärzte verhinderten dies, indem sie dem Patienten nach und nach über einen Zeitraum von 15 Stunden insgesamt 15 Dosen Bier einflößten. So war die Leber des Mannes mit dem Abbau des Bieralkohols, des Ethanols, beschäftigt, während das giftige Methanol über die Lunge im Atem sowie über den Urin aus dem Körper ausgeschieden wurde.

So kam das Methanol nicht in die Leber und der 48-Jährige konnte das Krankenhaus nach 15 Stunden verlassen. Ohne einen Kater kam er allerdings nicht davon.

Ungewöhnlich, aber effektiv

Der behandelnde Arzt Tran Van Thanh meinte in der vietnamesischen Zeitung, die angewandte Methode entspreche «keinem medizinischen Standard. Aber in der Praxis hat sie sich als effektiv erwiesen.»

Der Notfallmediziner Hans-Jörg Busch vom Universitätsklinikum Freiburg sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa dazu: «Die Therapie mit 15 Dosen Bier ist eher ungewöhnlich, aber gut nachvollziehbar. Möglicherweise hatten die vietnamesischen Kollegen keinen anderen Alkohol zur Hand.» Auf die Art des Alkohols komme es aber auch nicht unbedingt an, so der Professor. «Viel wichtiger ist, dass die Therapie sofort eingeleitet wird.»

(L'essentiel/hos)

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