Österreich

02. Dezember 2021 11:39; Akt: 02.12.2021 11:55 Print

Ärztin amputiert falsches Bein – 2700 Euro Strafe

Im Krankenhaus im österreichischen Freistadt hat eine Ärztin einem 82-Jährigen das falsche Bein amputiert. Am Mittwoch wurde sie zu einer Geldstrafe und Schadenersatz verurteilt.

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Die Chirurgin musste sich am Mittwoch vor dem Linzer Landesgericht für ihren Fehler verantworten. (Bild: heute.at)

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Die Schreckensnachricht nach dem Kunstfehler im Krankenhaus Freistadt hatte sich damals wie ein Lauffeuer verbreitet. Im Mai 2021 wurde einem älteren Patienten (82) das falsche Bein amputiert. Statt dem linken nahm ihm eine Ärztin (43) laut Anklage das rechte Bein ab.

Aufgefallen sei der fatale Fehler erst zwei Tage nach dem Eingriff im Zuge eines Verbandswechsels. Dem Patienten selber ist der Fehler damals aufgrund seiner Erkrankungen zunächst gar nicht aufgefallen. Noch vor dem Eingriff wurde der Fuß mittels eines Pfeils markiert. Auch dies wurde von der beschuldigten Ärztin durchgeführt. Kurze Zeit später musste ein anderes Ärzteteam dem 82-Jährigen dann noch das «richtige» Bein abnehmen.

Die Ärztin musste sich nun am Mittwoch am Linzer Landesgericht verantworten. Ihr drohten bis zu zwei Jahre Gefängnis.

«Kein individuelles Versagen»

Unter großem Medieninteresse gestand die Beschuldigte, «einen Fehler» gemacht zu haben. Den Vorwurf der groben Fahrlässigkeit wies sie aber entschieden zurück. Auch der Verteidiger der Frau unterstrich, dass der «schreckliche Fehler» nicht auf ein «individuelles Versagen» zurückzuführen sei, sondern weil das Kontrollsystem nicht funktioniert habe. Er plädierte für eine Diversion für seine Mandantin, also dem Verzicht auf die Durchführung eines formellen Strafverfahrens.

Die Angeklagte habe sich laut ihren Aussagen schon Tage vor der Operation auf den Eingriff vorbereitet. «Ich wusste, dass ich das linke Bein zu amputieren habe», so die 43-Jährige. Auf die Frage, warum sie dann aber das Rechte gewählt hat, sagte sie mehrmals: «Ich weiß es einfach nicht.»

5000 Euro Schmerzensgeld

Am Ende verurteilte der Richter die Ärztin zu einer bedingten Geldstrafe in Höhe von 2700 Euro (die Hälfte davon unbedingt). Zudem wurde der Witwe des 82-Jährigen – der Senior verstarb wenige Monate nach dem Eingriff in einem Pflegeheim – 5000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Tod des 82-Jährige steht laut der oberösterreichischen Gesundheitsholding in keinem Zusammenhang mit den Operationen in der Klinik, wie heute.at schreibt.


(L'essentiel/Benedikt Hollenstein)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alain am 02.12.2021 13:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlech an Amerika wären et Milliounen gewiescht.

  • Marc am 02.12.2021 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    5000 fir e Been? Wat ass dat da fir eng lächerlech Kompensatioun?

  • Pacman am 02.12.2021 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Was fuer ein schlechter Witz. Lebe die EU. Min. 1 Mio Euro fuer die Familie, damit man nun ordentlich unterstuetzen kann sowie umbauen und andere Massnahmen treffen. 5000 Euro. Traurige Welt. Aber bloss nicht zu schnell Auto fahren oder telefonieren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • de Krätzert am 03.12.2021 09:36 Report Diesen Beitrag melden

    daat wiir jo mol nët fir en anstänneger Elektro-Rollstull duërgaangen .... där "Madame" sollten se mol direkt de Knéipchen ewech huëlen

  • Alain am 02.12.2021 13:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lächerlech an Amerika wären et Milliounen gewiescht.

  • Marc am 02.12.2021 13:03 Report Diesen Beitrag melden

    5000 fir e Been? Wat ass dat da fir eng lächerlech Kompensatioun?

  • Pacman am 02.12.2021 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    Was fuer ein schlechter Witz. Lebe die EU. Min. 1 Mio Euro fuer die Familie, damit man nun ordentlich unterstuetzen kann sowie umbauen und andere Massnahmen treffen. 5000 Euro. Traurige Welt. Aber bloss nicht zu schnell Auto fahren oder telefonieren.

    • Opmierksamer-Lieser am 03.12.2021 09:15 Report Diesen Beitrag melden

      @Pacman, zum Umbauen ist es jetzt zu spät. Im Artikel steht, dass der Patient wenige Wochen nach der Operation verstorben ist.

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  • JP am 02.12.2021 11:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    demnach hat die ärztin an der operation wahrscheinlich mehr verdient als sie jetzt zahlen muss? na das wird ihr eine lehre sein!