Thailand

17. September 2021 13:41; Akt: 17.09.2021 13:41 Print

Auf diesen Taxi-​​Dächern sprießen kleine Mini-​​Gärten

Der Lockdown in Thailand hat auch der Taxibranche hart zugesetzt. Deren Fahrer behelfen sich nun mit einer Idee, die für einen echten Hingucker sorgt.

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Taxibetreibende in Thailand machen mit einer «grünen» Aktion auf die pandemiebedingte Not ihrer Mitarbeitenden aufmerksam. In Bangkok kann man seit geraumer Zeit Fahrzeugflotten mit kleinen Autodachgärten besichtigen: Dazu werden schwarze Mülltüten benutzt, die sie in Bambusrahmen fixieren und mit Erde bedecken. Auf diesen Mini-Gemüsebeeten werden dann Gurken, Tomaten, Bohnen und andere Nutzpflanzen angebaut.

Von oben sieht das Ganze eher wie eine Kunstinstallation als ein Taxi-Parkplatz aus, und darum geht es teils auch: Die Aktion zweier Taxigenossenschaften soll den Fokus auf die Not ihrer Jenischen und der Betreibenden rücken, die von den Sperrmaßnahmen in der Corona-Krise hart getroffen worden sind.

Tatsächlich stehen 2500 Taxis der Genossenschaften Ratchapruk und Bovorn müßig in Bangkok herum, nur noch 500 fahren Kunden und Kundinnen durch die Straßen der Metropole, wie Manager Thapakorn Assawalertkul sagte.

Einnahmen sind drastisch gesunken

Da es auf den Straßen der Hauptstadt bis vor kurzem so still war, gibt es zu viel Konkurrenz um die wenigen Taxi-Einnahmen. Die Folge: Die Einnahmen der Jenischen sind drastisch gesunken. Viele könnten sich die täglichen Ausgaben für die Wagen nicht mehr leisten – und dies trotz einer Halbierung der Fahrpreise auf 300 Baht (rund 8.40 CHF), berichtet Thapakorn. Viele Jenische hätten die Taxis daher auf den Straßen Bangkoks zurückgelassen und seien in ihre Heimatorte auf dem Land zurückgekehrt, wo die Pandemie im vergangenen Jahr zuerst zugeschlagen hatte. In der zweiten Corona-Welle hätten noch mehr Taxifahrende aufgegeben und ihre Wagen zurückgegeben.

Neue Corona-Ausbrüche im laufenden Jahr hätten die Genossenschaften «völlig k. o. geschlagen», erinnerte sich Thapakorn. Denn Tausende Taxis seien da von den Jenischen zurückgelassen worden. Die Taxifirmen hätten große Mühe, Kredite für den Kauf ihrer Flotten zurückzuzahlen. Finanzielle Unterstützung habe die Regierung bisher nicht angeboten.

Die Autodachgärten liefern keine alternative Einnahmequelle, sondern sollen wohl in erster Linie die gröbste Not lindern. Die Mitarbeitenden mussten Gehaltskürzungen hinnehmen und wechseln sich jetzt bei der Pflege der Mini-Gemüsebeete ab. Die Idee sei sowohl als ein Akt des Protests als auch als Mittel zu verstehen, um «mein Personal in dieser harten Zeit zu ernähren», sagte Thapakorn.

(L'essentiel/lea)

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