Obduktionsbericht

17. August 2019 11:21; Akt: 18.08.2019 11:25 Print

Autopsie bestätigt Jeffrey Epsteins Suizid

Die Obduktion des Leichnams des US-Multimillionärs Jeffrey Epstein hat bestätigt, dass der 66-Jährige sich in seiner Zelle erhängt hat.

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Der am Wochenende in seiner Gefängniszelle tot aufgefundene US-Unternehmer Jeffrey Epstein hat sich dem offiziellen Obduktionsbericht zufolge umgebracht. Das berichteten US-Medien am Freitag übereinstimmend.

Damit bestätigte der Bericht die ohnehin wahrscheinliche Annahme, dass Epstein – dem Missbrauch von Minderjährigen vorgeworfen wurde – Suizid beging. Nach Epsteins tot hatten einige Verschwörungstheorien behauptet, der Multi-Millionär sei ermordet worden. Anfragen an die zuständige medizinische Behörde in New York blieben zunächst unbeantwortet.

Direktor versetzt

Der wegen mutmaßlicher Sexualverbrechen angeklagte Epstein habe sich laut dem Obduktionsbericht erhängt, hieß es in den Medienberichten. Der frühere Investmentbanker war am Samstag tot in seiner Gefängniszelle in New York aufgefunden worden.

Der Selbstmord war deshalb möglich geworden, weil Epsteins Wächter trotz eines offenbar vorausgegangenen Suizid-Versuchs zwei Wochen zuvor ihre Aufsichtspflicht verletzten. Statt wie vorgeschrieben alle 30 Minuten nach dem Inhaftierten zu schauen, seien die beiden Beamten in der Gefängniseinheit Epsteins eingeschlafen und hätten dessen Zustand für rund drei Stunden nicht kontrolliert, hatte die New York Times berichtet.

Epstein nahm sich mutmaßlich in dieser Zeit das Leben. Der 66-Jährige wurde von Mitarbeitern der Haftanstalt am vergangenen Samstagmorgen gefunden und später in einem Krankenhaus für tot erklärt. Der Direktor der Haftanstalt wurde auf Veranlassung von Justizminister William Barr versetzt. Barr hatte «schwere Unregelmäßigkeiten» in der Haftanstalt beklagt und eine gründliche Untersuchung des Falles versprochen.

Prozess sollte im Juni 2020 beginnen

Der in elitären Kreisen bestens vernetzte Epstein saß in einer Haftanstalt in Manhattan ein, wo er bis zum Beginn seines Prozesses bleiben sollte. Den Prozessauftakt hatte das Gericht vorläufig auf Anfang Juni 2020 festgelegt. Der Geschäftsmann wurde beschuldigt, Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht zu haben. Laut Anklageschrift baute Epstein zwischen 2002 und 2005 in New York und Florida einen illegalen Sexhandelsring auf. Bei einer Verurteilung hätten Epstein, der enge Kontakte zu hochrangigen Politikern und Prominenten hatte, bis zu 45 Jahre Haft gedroht.

Zu Epsteins Freunden zählten einst sogar Ex-Präsident Bill Clinton und der heutige Präsident Donald Trump. Um Epsteins Tod ranken sich bereits zahlreiche Theorien, die unter anderen von Trump mit angeheizt wurden.

Mutmaßliche Opfer klagen gegen Erben

Unterdessen haben zwei weitere Frauen eine Zivilklage gegen Epsteins Erben eingereicht. In der bei einem Bundesgericht in New York eingereichten Klageschrift heißt es, dass die beiden Frauen vor 15 Jahren von Epstein sexuell missbraucht worden seien. Die zwei mutmaßlichen Opfer fordern von Epsteins Erben und möglichen Komplizen Schadenersatz in Höhe von 100 Millionen Dollar.

In der Klageschrift werden die Namen der beiden mutmaßlichen Opfer nicht genannt. Deren Anwältin Lisa Bloom erklärte am Freitag, ihre Mandantinnen seien 18 und 20 Jahre alt gewesen, als sie von Epstein missbraucht worden seien. In der Klageschrift wird zudem zehn Frauen vorgeworfen, als Komplizinnen Epsteins agiert zu haben. Auch ihre Namen wurden nicht genannt.

(L'essentiel/sda/afp)

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