London

28. Juli 2017 07:52; Akt: 28.07.2017 20:17 Print

Baby Charlie tot: «Unser Junge ist von uns gegangen»

Monatelang kämpften die Eltern verzweifelt um das Leben ihres Sohnes Charlie. Vergebens. Das Baby ist tot.

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Ein Drama für die Eltern: Chris Gard und Connie Yates äußern sich zu einem Londoner Gerichtsurteil. (24. Juli 2017) (Bild: Keystone/Matt Dunham (AP))

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Sein Leben war nur sehr kurz. Der kleine Charlie aus Großbritannien ist nicht einmal ein Jahr alt geworden. Genau eine Woche vor seinem Geburtstag am 4. August starb der an einer genetischen Erkrankung leidende Junge am Freitag in einem Hospiz, wie ein Sprecher der Familie in London mitteilte. Monatelang hatten die Eltern vor Gerichten um sein Schicksal gekämpft. In einer Mitteilung der Eltern wurde die Mutter zitiert: «Unser wunderschöner, kleiner Junge ist von uns gegangen, wir sind so stolz auf dich, Charlie.»

Völlig frustriert und erschöpft gaben die Eltern den juristischen Streit am 25. Juli auf. Ihrem Kind gehe es inzwischen so schlecht, dass selbst eine experimentelle Therapie in den USA ihm nicht mehr helfen könne. Zu viel wertvolle Zeit sei bei den Auseinandersetzungen mit Medizinern und Juristen vergeudet worden, kritisierte das Paar.

Streit um Sterbeort

Doch selbst um den Sterbeort gab es noch Streit. Die Eltern wollten sich zu Hause von ihrem Sohn verabschieden. Charlies Ärzte im Londoner Great-Ormond-Street-Krankenhaus bezweifelten aber, dass die Beatmungsmaschine in die Wohnung gebracht werden könne.

Die Klinik forderte auch einen sicheren Pflegeplan und dass Charlie Schmerzen erspart bleiben müssten. Der Londoner High Court entschied schließlich, dass Charlie in einem Hospiz sterben sollte.

Charlie litt an extrem seltener Erkrankung

Charlie hatte das mitochondriale DNA-Depletionssyndrom (MDDS). Ein Genfehler beeinträchtigte die Funktion der Kraftwerke seiner Zellen, der Mitochondrien. Die Folge bei Charlie: Sein Gehirn war zerstört, er konnte sich nicht mehr bewegen. Er musste künstlich beatmet und ernährt werden. Charlies Erkrankung, bei der das Gen RRM2B betroffen ist, wurde vor rund zehn Jahren erstmals beschrieben. Nach britischen Medienberichten sind weltweit weniger als 20 solcher Fälle bekannt.

Experten sind sich sicher: Charlie hätte beim derzeitigen Stand der Forschung nicht geheilt werden können. Ein Mediziner in den USA bezifferte die Chance, dass sich der Zustand des Babys durch die experimentelle Therapie etwas verbessern könnte, zunächst auf etwa zehn Prozent. Britische Ärzte warfen dem Mediziner aus New York aber vor, den Eltern zu große Hoffnungen gemacht zu haben.

(L'essentiel/dpa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Drachenzwerg am 28.07.2017 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    Die Hoffnung stirbt zuletzt - ech mengen all Mensch gew sech un den leschten Streehalm festhalen , fir erem gesond se gin , wann een schweier Krank as ! Main Baileed !

  • Mars L am 28.07.2017 23:50 Report Diesen Beitrag melden

    De Wiermchen ass elo besser drun wou en ass. Et ass just traureg datt sech Mediziner an Juristen déi sech wellen profiléieren sech dat Recht eraus huelen fir iwwer aneren Leit hier Kanner ze décidéieren...

  • irgendeen am 29.07.2017 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Drachenzwerg Welchen Streehalm? D‘Elteren hun onneideg d‘Leiden vum Kand verlängert! Dokteren an den USA dei d‘Therapie entweckelt hun wou Elteren machen wollten hun selwer gesoot dass Chance vun irgend engem positiven Effekt op d‘Kand wieren enner 10% an se hun den Elteren gerooden et an Fridden goen ze lossen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • irgendeen am 29.07.2017 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @Drachenzwerg Welchen Streehalm? D‘Elteren hun onneideg d‘Leiden vum Kand verlängert! Dokteren an den USA dei d‘Therapie entweckelt hun wou Elteren machen wollten hun selwer gesoot dass Chance vun irgend engem positiven Effekt op d‘Kand wieren enner 10% an se hun den Elteren gerooden et an Fridden goen ze lossen.

    • @irgendeen am 03.08.2017 09:05 Report Diesen Beitrag melden

      Och wann chancen op epositiven effet vun der Therapie an den USA enner 10% waren soll een awer probeiren eppes ze maan. Soulang eremdokteren an virun justiz goen bis um enn guer keng Chance op eng Heelung mei war as dat Gerecht nee. Main Beileed!

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  • Mars L am 28.07.2017 23:50 Report Diesen Beitrag melden

    De Wiermchen ass elo besser drun wou en ass. Et ass just traureg datt sech Mediziner an Juristen déi sech wellen profiléieren sech dat Recht eraus huelen fir iwwer aneren Leit hier Kanner ze décidéieren...

  • Drachenzwerg am 28.07.2017 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    Die Hoffnung stirbt zuletzt - ech mengen all Mensch gew sech un den leschten Streehalm festhalen , fir erem gesond se gin , wann een schweier Krank as ! Main Baileed !