Verdachtsfall

06. Juli 2020 13:20; Akt: 06.07.2020 13:21 Print

Behörden warnen vor Pest-​​Epidemie in China

Im Norden Chinas sorgt ein neuerlicher Verdachtsfall der Beulenpest für Unbehagen. Die Behörden der Stadt Bayan Nur warnen vor einer Pest-Epidemie.

storybild

Nekrose in den Fingern in Folge einer Ansteckung mit der Beulenpest. (Bild: picturedesk.com/Science Photo Library (Symbolfoto))

Zum Thema
Fehler gesehen?

Während die ganze Welt ihre Augen auf die Corona-Pandemie richtet, treibt ein weiterer, ungleich gefährlicherer Erreger erneut in China sein Unwesen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag meldete, wird in der Inneren Monogolei bei einem Patienten eine Infektion mit der Beulenpest befürchtet. 

In einem Krankenhaus der Stadt Bayan Nur, rund 760 Kilometer von Peking entfernt, habe es demnach einen Verdachtsfall gegeben. Die Behörden sind alarmiert, haben für das gesamte Stadtgebiet eine Warnung der Stufe 3 auf ihrer vierteiligen Skala ausgegeben. Diese soll noch bis Ende des Jahres in Kraft bleiben. 

«Zur Zeit besteht die Gefahr einer Pest-Epidemie unter den Bewohnern dieser Stadt. Bürger sollen eigenverantwortlich handeln und sich bei anormalen gesundheitlichen Problemen sofort bei den Behörden melden», wird ein Sprecher der Gesundheitsbehörden in einem Bericht der staatlichen Zeitung China Daily. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, keine Wildtiere mehr zu essen. Insbesondere Murmeltiere gelten als Überträger des Bakteriums Yersinia pestis

Murmeltiere als Pest-Überträger

Im Nachbarstaat Mongolei waren erst vergangene Woche zwei Brüder an der Pest erkrankt, nachdem sie – trotz Verbots – Murmeltierfleisch verzehrt hatten. Sie stammten aus dem Westen des Landes, nahe an der Grenze zur russischen Altai-Region. Die russische Botschaft in Ulan Bator ließ vermelden, dass die mongolischen Behörden alle notwendigen Maßnahmen ergriffen hätten und es keinen Grund zur Besorgnis gebe.

Auch in der chinesischen Inneren Mongolei war erst Ende vergangenen Jahres bei einem 55-Jährigen die Beulenpest diagnostiziert worden. Er hatte am 5. November das Fleisch eines wilden Kaninchens gegessen und sich so infiziert. Kurz darauf war die lebensgefährliche Krankheit auch bei einem Hirten festgestellt worden. In Folge reagierten die Behörden mit drastischen Mitteln: rund 80 Hektar Land wurden aus der Luft mit Gift eingenebelt.

Der Schwarze Tod

Die Pest ist eine schwere, hochansteckende Infektionskrankheit, die von dem Bakterium Yersinia pestis ausgelöst wird. Natürliche Überträger des Pest-Bakteriums stellen Nagetiere, vor allem Ratten, aber auch Mäuse, Wiesel, Hasen usw. und ihre Flöhe dar. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist durch Bisse von Flöhen, die auf infizierten Ratten oder Haustieren leben (Beulenpest) oder durch Tröpfcheninfektion (insbesondere bei Lungenpest).

Weltweit registriert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 1000 bis 3000 Pestfälle pro Jahr, meistens in Form kleinerer, örtlich begrenzter Epidemien. In Europa gab es den letzten dokumentierten Pestausbruch im Zweiten Weltkrieg. Man nimmt an, dass die Pest gegenwärtig in Europa nicht mehr existiert.

Eine der schlimmsten Pandemien der Weltgeschichte geht auf den Pest-Erreger zurück. Der sogenannte Schwarze Tod forderte alleine in Europa zwischen 1346 und 1353 – in Wien ab Ende 1349 – geschätzt 25 Millionen Todesopfer. Ein Drittel der damaligen Bevölkerung des Kontinents verstarb in Folge der gefährlichen Seuche.

(L'essentiel/rcp)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jean am 06.07.2020 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist schon einfach erschreckend,was in diesem Land alles an Krankheiten,die längst als vergessen galten und überlebt schienen,wieder zum Ausbruch kommen.Mit den Bildern,wie wir sie von den Märkten in China kennen,und die Hygiene insgesamt in diesem Land(sowie auch anderen in diesen Regionen der Welt)wundert es mich nicht.Ich habe das düstere Gefühl,das uns noch einiges zufallen wird,an Pandemien und Katastrophen dieser Art.Hoffentlich,irre ich mich.

  • Corona schlimmer als die Pest? am 06.07.2020 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    So wurde die Schueberfouer von 6 auf 1 Woche runtergefahren während den Pestjahren, gestoppt wurde sie nur für Corona. Komisch,komisch...

    einklappen einklappen
  • Anne Boleyn am 06.07.2020 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was kommt als nächstes?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jean am 06.07.2020 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist schon einfach erschreckend,was in diesem Land alles an Krankheiten,die längst als vergessen galten und überlebt schienen,wieder zum Ausbruch kommen.Mit den Bildern,wie wir sie von den Märkten in China kennen,und die Hygiene insgesamt in diesem Land(sowie auch anderen in diesen Regionen der Welt)wundert es mich nicht.Ich habe das düstere Gefühl,das uns noch einiges zufallen wird,an Pandemien und Katastrophen dieser Art.Hoffentlich,irre ich mich.

  • Anne Boleyn am 06.07.2020 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was kommt als nächstes?

  • Corona schlimmer als die Pest? am 06.07.2020 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    So wurde die Schueberfouer von 6 auf 1 Woche runtergefahren während den Pestjahren, gestoppt wurde sie nur für Corona. Komisch,komisch...

    • Jang de blannen am 07.07.2020 08:55 Report Diesen Beitrag melden

      Die Welt hat derzeit andere Prioritäten und Sorgen,zu wissen,ob oder nicht eine Schueberfouer stattfindet.Mir auf jedenfall wird sie nie fehlen.

    einklappen einklappen