Brandtragödie in Polen

06. Januar 2019 19:42; Akt: 06.01.2019 19:44 Print

Betreiber des Unglücks-​​Escape-​​Rooms verhaftet

Fünf 15-jährige Mädchen haben bei einem Brand in einem Escape Room in Polen ihr Leben verloren. Sie gingen in die gleiche Klasse und waren gut befreundet.

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Beim Brand in einem Escape Room sind in Polen fünf Mädchen gestorben. Ein 25 Jahre alter Mann wurde nach Angaben der Ermittler zudem mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht.

Noch ist unklar, wie es zum Feuer kommen konnte. Im Vordergrund der Untersuchung steht eine mangelhafte Elektroinstallation. Auch ungenügende Sicherheitsvorkehrungen könnten zum Brand geführt haben.

Betreiber nicht vorbestraft

Der Besitzer des Unglücksbetriebs wurde vorläufig festgenommen. Es handle sich um einen 28 Jahre alten Mann aus der Woiwodschaft Großpolen. Er sei nicht vorbestraft, sagte Polizeipräsident Jaroslaw Szymczyk am Sonntag auf einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Das Unternehmen war für eine Stellungnahme telefonisch nicht zu erreichen.

Die 15-jährigen Mädchen feierten in der Freizeiteinrichtung im nordpolnischen Koszalin ein Geburtstagsfest, wie Innenminister Joachim Brudzinski dem Privatfernsehsender TVN24 sagte. Die Mädchen waren Klassenkameradinnen und gut befreundet. Lokale Zeitungen haben nun die Namen der Opfer veröffentlicht.

Laut der Zeitung «Fakt» waren die Mädchen in einem nur sieben Quadratmeter großen Raum eingesperrt. Darin befanden sich zwei Sessel, eine Lampe und Kerzen. Laut der Zeitung konnten die Mädchen aus vier Spielszenarien wählen. Sie entschieden sich offenbar für jenes, bei dem sie am Anfang mit Handschellen gefesselt waren. Ob sie diese zum Zeitpunkt des Todes noch trugen, ist nicht bekannt.

Überprüfung angeordnet

Unabhängig davon hatten die Mädchen keine Chance zu überleben: «Grund für die Tragödie war das Fehlen einer Fluchtmöglichkeit», sagte Leszek Suski, Kommandant der Feuerwehr, zu der Nachrichtenagentur PAP. Der Escape Room habe über keine Evakuierungsroute verfügt. Die Mädchen seien vermutlich an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben.

Nach dem Drama in Koszalin kündigte der Innenminister Brudzinski eine Überprüfungen der Brandschutzmaßnahmen in allen Escape-Räumen in Polen an.

Diese sollten bereits am Samstag beginnen, hieß es. Unterdessen wurde bekannt, dass die Betreiber solcher Angebote in Polen bislang keine besonderen Genehmigungen der Feuerwehr einholen müssen.

(L'essentiel/fur/sda/afp)

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