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22. Mai 2019 21:32; Akt: 22.05.2019 21:37 Print

Bonobo-​​Männchen haben keinen Sex ohne Mutti

Mitten beim Sex steht die Mutter plötzlich daneben: Was bei uns Menschen der absolute Horror wäre, ist bei den Zwergschimpansen ganz normal.

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Fühlen sich Frauen bereit, Grosi zu werden, kennen viele von ihnen kein Halten mehr: Wann immer es thematisch passt (oder auch nicht), lassen sie den eigenen Nachwuchs wissen, dass sie parat für Enkel wären.

Noch weiter gehen Bonobo-Mütter. Sie stellen ihren Söhnen fruchtbare Weibchen gleich selbst vor. Mitunter bugsieren sie den Filius auch eigenhändig in deren Nähe. Sie wohnen den eingefädelten Schäferstündchen auch bei und treiben zudem allfällige Konkurrenten oder Störenfriede in die Flucht.

Das berichten Forscher um Martin Surbeck vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig im Fachjournal Current Biology.

Mütter sind stets mit dabei

Für die Studie hatten die Primatologen frei lebende Bonobos in der Demokratischen Republik Kongo sowie frei lebende Schimpansen an der Elfenbeinküste, in Tansania und in Uganda beobachtet und ihr Verhalten miteinander verglichen.

Dabei stellten sie fest, dass bei beiden Arten die Mütter bei Konflikten zwischen Männchen für ihre Söhne einstehen. Doch Bonobo-Mütter gehen sogar noch einen Schritt weiter, indem sie ganz aktiv die Bemühungen ihrer Söhne bei der Wahl einer Fortpflanzungspartnerin unterstützen.

Mehr Enkel dank Mutti

«Dies ist das erste Mal, dass wir den Einfluss der Mutter auf ein sehr wichtiges männliches Fitnessmerkmal zeigen können, nämlich die Fruchtbarkeitsrate», zitiert das Institut Surbeck. «Wir waren überrascht, zu sehen, dass die Mütter einen so starken, direkten Einfluss auf die Anzahl der Enkelkinder haben.»

Die Weibchen sind laut den Forschern übrigens nicht ganz uneigennützig: Sie nutzen ihre Position, um sicherzustellen, dass ihre Söhne besonders gute Chancen zur Fortpflanzung haben und so ihre eigenen Gene weitergeben. «Sie haben einen Weg gefunden, ihren Fortpflanzungserfolg zu steigern, ohne selbst mehr Nachkommen zu haben.»

Und die Töchter?

Ihren Töchtern lassen Bonobo-Mütter keine vergleichbare Hilfe zukommen. «Bei den Bonobos verlassen die Töchter meist die Gruppe, in der sie aufgewachsen sind, während die Söhne dort verbleiben», sagt Surbeck. «Die wenigen Töchter, die in der Gemeinschaft bleiben, scheinen von ihren Müttern keine große Unterstützung zu erhalten.»

Die Forscher planen, das nun erstmals dokumentierte Verhalten in Zukunft weiter zu erforschen, um es noch besser zu verstehen.

(L'essentiel)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • HansHans am 23.05.2019 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Also, ich wollt das nicht, dat mei Mam dobei zusait...muahahaha...

Die neusten Leser-Kommentare

  • HansHans am 23.05.2019 19:52 Report Diesen Beitrag melden

    Also, ich wollt das nicht, dat mei Mam dobei zusait...muahahaha...