Mittelmeer

11. September 2018 07:16; Akt: 11.09.2018 07:16 Print

Bootsdrama fordert wohl weit über 100 Tote

Über 180 Menschen befanden sich an Bord zweier Schlauchboote, als diese untergingen. Nur die wenigsten trugen Rettungswesten.

storybild

Vor der libyschen Küste ereignete sich dagegen eine Tragödie: Anfang September wurden in der Straße von Gibraltar 157 Flüchtlinge gerettet. (8. September 2018) (Bild: Marcos Moreno)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Vor der libyschen Küste sind Anfang des Monats nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen (MSF) offenbar mehr als hundert Flüchtlinge ums Leben gekommen. Beim Untergang zweier Boote seien mehr als hundert Migranten, darunter mindestens 20 Kinder umgekommen, teilte die Hilfsorganisation am Montag unter Berufung auf Überlebende mit.

Augenzeugen berichteten der Organisation, dass zwei Schlauchboote am 1. September von der libyschen Küste abgelegt hätten. Die Flüchtlinge stammten demnach aus dem Sudan, Mali, Niger, Kamerun, Ghana, Libyen, Algerien und Ägypten.

Schwangere Frauen unter Überlebenden

Einem Überlebenden zufolge versagte zunächst der Motor des einen Bootes. Das andere habe seine Fahrt zunächst fortgesetzt, dann sei die Luft entwichen. «An Bord waren 165 Erwachsene und 20 Kinder», berichtete der Überlebende laut MSF. Nur wenige hatten demnach Rettungswesten oder konnten schwimmen. Nur diejenigen, die sich am Schiffsrumpf festgehalten hätten, hätten überlebt. Insgesamt gab es demnach 55 Überlebende.

Am 2. September brachte die libysche Küstenwache eine Gruppe von 276 Menschen in den Hafen von Choms rund 120 Kilometer von der Hauptstadt Tripolis, wie MSF mitteilte. Unter den Menschen seien auch die 55 Überlebenden des gesunkenen Bootes gewesen. MSF zufolge waren unter den Überlebenden schwangere Frauen, Kinder und Babys. Einige erlitten demnach Verbrennungen durch ausgetretenen Treibstoff, andere Lungenentzündungen durch die lange Zeit im Wasser.

Seit Anfang des Jahres (Stand: Anfang August) sind zwar weniger Menschen übers Mittelmeer nach Europa geflohen. Die Zahl der Ertrunken aber ist gestiegen.

(L'essentiel/roy/afp)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleißig – Tag für Tag gehen Hunderte Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in einer Fremdsprache verfasst. Wir geben nur Kommentare in den Landessprachen Luxemburgisch, Deutsch und Französisch frei. Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten, werden sofort gelöscht. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar oder in Versalien geschrieben sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken.

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

«L'essentiel» ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@lessentiel.lu
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.