Hoffnung auf Therapie

17. November 2021 10:09; Akt: 17.11.2021 10:09 Print

Britin heilt sich als zweite Person selbst von HIV

In Großbritannien haben Forschende bei einer Frau keine infizierten Blutzellen mehr gefunden, nachdem bei ihr eine HIV-Infektion diagnostiziert wurde.

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Englische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben eine Patientin entdeckt, deren Körper sich anscheinend selbstständig vom menschlichen Immunschwächevirus – auch bekannt als HIV – befreit hat. Die Entdeckung bestärkt die Hoffnung, eines Tages mehr HIV-Patienten und -Patientinnen von der Krankheit befreien zu können.

Die Patientin gilt als sogenannter «Elite-Controller», da sie keine klassische HIV-Behandlung erhielt, sondern ihr Körper sich acht Jahre nach der ersten Diagnose selbstständig von den Viren befreit zu haben scheint. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten bei ihrer Untersuchung weder Spuren einer aktiven Infektion noch von intakten Viren feststellen, wie «9News» schreibt.

Das Team, zusammengesetzt aus Forschenden aus allen Teilen der Welt, veröffentlichte seine Erkenntnisse erstmals im Fachmagazin «Annals of Internal Medicine». Bei der Frau, die ursprünglich aus Esperanza in Argentinien stammt, wurden bei der Untersuchung von rund 1,5 Milliarden Blutzellen keine intakten Viren mehr gefunden. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich ihr Körper durch eine «sterilisierende Heilung» vom HIV-Virus befreien konnte.

Zweiter Fall weltweit

Die 30-Jährige ist damit die zweite Frau, deren Körper sich ohne die Hilfe von Stammzellen-Transplantationen oder anderen Behandlungen vom Virus zu befreien scheint, das die Aids-Krankheit verursacht. Zuvor soll dies schon der 67-jährigen Loreen Willenberg gelungen sein.

«Eine sterilisierende Heilung für HIV wurde bisher nur bei zwei Patienten beobachtet, die ein hochtoxisches Knochenmark-Transplantat erhalten haben. Unsere Studie zeigt, das diese Heilung auch während einer natürlichen Infektion erreicht werden kann», schreibt Dr. Xu Yu vom MIT in einer Mail an CNN. «Diese Heilungen zeigen uns, dass momentane Bemühungen, eine Heilung für HIV-Infektionen zu finden, keinesfalls zwecklos sind, und das eine «Aids-freie» Generation schlussendlich möglich sein wird.»

Die Forschenden analysierten zwischen 2017 und 2020 Blutproben der 30-jährigen Patientin, bei der im März 2013 erstmals eine HIV-Infektion diagnostiziert wurde. Im März 2020 hatte die Britin außerdem ein Baby, was es den Forschenden erlaubte, Gewebe der Plazenta zu entnehmen.

Baby ohne HIV-Infektion

Bis zur Schwangerschaft verzichtete die Frau auf eine antiretrovirale Behandlung, ließ sich im Verlauf der Schwangerschaft dann aber mit verschiedenen Medikamenten behandeln. Nach der Geburt ihres gesunden, HIV-negativen Kindes setzte sie die Medikamente wieder ab.

Das Forschungsteam ist sich noch nicht sicher, wie genau sich der Körper der Britin von der Infektion befreien konnte. Sie gehen davon aus, dass dafür verschiedene Immunmechanismen zusammengespielt haben, zum Beispiel zytotoxische, also zellschädigende, T-Zellen, aber auch andere angeborene Immunmechanismen.

Weltweit gibt es zurzeit etwa 38 Millionen Menschen, die mit HIV infiziert sind. Wenn eine Infektion unbehandelt bleibt, drohen Patientinnen und Patienten an Aids zu erkranken. Am erworbenen Immunschwächesyndrom starben 2020 weltweit 690.000 Menschen.

(L'essentiel/Benedikt Hollenstein)

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  • Nero am 17.11.2021 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt an sich eine einfache Methode zur Heilung, der berühmte Physiker Thomas W. Campbell erklärt wie

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