29 Tote auf Madeira

19. Januar 2020 20:40; Akt: 19.01.2020 20:44 Print

Busfahrer war völlig übermüdet

Im April 2019 starben bei einem schweren Busunglück in Portugal 29 Deutsche, 27 weitere wurden verletzt. Nun gibt die Anklageschrift erste Hinweise auf die Ursache.

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Ein Reisebus kam am 17. April 2019 auf der portugiesischen Insel Madeira von der Straße ab und stürzte eine Böschung hinunter. 29 Menschen starben, 27 weitere wurden verletzt. Bei den Opfern handelt es sich um deutsche Staatsangehörige. Das Unglück hatte international für Betroffenheit gesorgt.

Kurz nach dem Unglück wurde spekuliert, ob ein technisches Problem am Bus zum Unfall geführt hatte. Doch die Anklageschrift gegen den Busfahrer zeigt nun, dass auch er Schuld am Unglück sein könnte. Er muss sich wegen fahrlässiger Tötung in 29 Fällen verantworten.

«Um zu verhindern, dass der Fußgänger überfahren wird, lenkte der Angeklagte den Bus scharf nach links.»

Laut dem Dokument startete die Reisegruppe beim Hotel und fuhr anschließend die Unglücksstraße herunter. Der Busfahrer soll «rücksichtslos und ohne die angemessene Aufmerksamkeit und erforderliche Sorgfalt» gefahren sein, zitiert die Bild aus der Anklageschrift. Kurz vor dem Unglück sei er dann mit 50 km/h in den Gegenverkehr und dann aufs Trottoir geraten, wo er mit dem Außenspiegel gegen ein Bushalteschild krachte.

Als plötzlich ein Passant auftauchte, wich der Busfahrer abrupt aus und verlor die Kontrolle über den Car. «Um zu verhindern, dass der Fußgänger überfahren wird, lenkte der Angeklagte den Bus scharf nach links, um an der Mauer zu bremsen», heißt es in der Anklageschrift. In der nächsten Kurve durchbrach der Car jedoch die Leitplanke, stürzte die Böschung hinunter, überschlug sich und krachte in ein Haus.

«Der Ermüdungszustand hat die Reaktionszeiten verlängert»

Der Zustand des Busfahrers dürfte zum Unfall beigetragen haben. «Der Angeklagte hat die Arbeitszeiten missachtet. Er war bereits 13 Stunden im Dienst und der Ermüdungszustand hat die Reaktionszeiten verlängert», schlussfolgert die Staatsanwaltschaft.

Der Busfahrer sitzt zwar nicht in Haft, musste aber seinen Führerschein abgeben. Er war beim Unglück ebenfalls verletzt worden.

(L'essentiel/vro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Toni am 20.01.2020 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Auch in Luxemburg haben Busfahrer reguläre Arbeitszeiten von 11 Stunden !

  • paulchen am 21.01.2020 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    11 währe ja noch ok. Aber es gibt auch 13.30 !!

Die neusten Leser-Kommentare

  • paulchen am 21.01.2020 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    11 währe ja noch ok. Aber es gibt auch 13.30 !!

  • Toni am 20.01.2020 09:12 Report Diesen Beitrag melden

    Auch in Luxemburg haben Busfahrer reguläre Arbeitszeiten von 11 Stunden !